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1 Tag Aufwand = 1 Jahr lang bloggen

Wie man mit pfiffiger Automatisierung einen WordPress-Blog ein Jahr lang mit Inhalten befeuert.

Das Projekt: onequestionaday.online

Das Endprodukt dieses kleinen Projekts ist eine Webseite, auf der jeden Tag eine neue Frage zur Selbstreflexion oder als Conversation-Starter publiziert wird. Die einzelnen Fragen kann man in den sozialen Netzwerken teilen oder als RSS abonnieren. Natürlich ist das ein besonders geeignetes Projekt für Automatisierung, da alle Inhalte bereits zu Beginn planbar sind.

Wer will, der darf sich das Endergebnis gerne anschauen und als RSS abonnieren. onequestionaday.online als RSS-Feed.

Das Bild zeigt den fertigen Blog unter onquestionaday.online. Das Poster zeigt die Frage 001: "Welche Ängste in deinem bisherigen Leben haben sich als völlig unbegründet herausgestellt?"
Das Endresultat: jeden Tag eine Frage zur Selbstreflexion.

Gehen wir das Erstellen der Webseite kurz durch:

Grafiken automatisch erstellen

Als Erstes brauche ich für jeden Blogbeitrag ein Poster. Das ist in meinem Fall relativ einfach, weil das Poster einfach die jeweilige Frage zeigen soll. Dazu möchte ich gerne eine Nummerierung anbringen sowie das Logo und die URL zur Webseite hinzufügen.

Es gibt verschiedene Tools, mit denen man einfach aus Texten Grafiken erstellen kann. Unter anderem gelingt das auch mit Photoshop oder mit spezialisierten Tools wie Abyssale.

Ich nutze in diesem Projekt eines meiner aktuellen Lieblingstools: iA Presenter. Diese App befindet sich noch in der Beta, ist aber jetzt schon sehr stabil und sie funktioniert super. Sie ersetzt bei mir Deckset, das ich zwar gerne genutzt habe, das aber nicht ganz so viele Features bietet.

Mit iA Presenter kann man aus einfachem Markdown schöne Präsentationen erstellen. Einfach die Texte eingeben und mit einfachen Formatierungen versehen. Dann ein Design wählen und der Rest geschieht automatisch. Die Präsentation speichere ich als PDF und schon habe ich in einem Rutsch 365 Poster erzeugt.

In iA Presenter kann man ganz einfach aus Markdown Bilder erstellen.

Grafiken automatisch optimieren

Dieser Teil ist simpel: Ich bereite alle Grafiken für den Upload vor. Da sie mir als PDF vorliegen, schnipsle ich die einzelnen Seiten auf und speichere sie als JPEG. Dabei komprimiere ich die Bilder gerade noch ein wenig und gebe Ihnen eine einheitliche Breite von 1600px. Damit bin ich safe, dass sie auf allen Geräten gut aussehen und einigermassen schnell laden.

Ich nutze für solche Arbeiten gerne Squash für OSX. Man kann das aber natürlich mit jedem Grafikprogramm oder gar mit System-Scripten erledigen.

Die fertigen Bilder versehe ich mit einem eindeutigen Namen (ich mach das mit Name Mangler, es geht aber auch über die Schnellaktionen von OSX) und speichere sie auf dem Webserver, sodass sie über eine eindeutige URL erreichen kann.

Das Aufbereiten der Bilder fürs Web geschieht mit einem vorgefertigten Preset in Squash.

WordPress mit automatisiertem Layout

Nun kommt der aufwändigste Teil: Ich muss in WordPress ein Layout gestalten, in dem sich mein Angebot später präsentiert. Ich habe mir eine Farbwelt zurechtgelegt, habe die Schriften ausgewählt, die ich auch bei den Postern verwende. In Canva ist schnell ein Logo erstellt.

Dann gehts ans Aufsetzen von WordPress. Da bin ich inzwischen recht flink. Ich verwende gerne Elementor mit dem Hello-Theme und arbeite wenn immer möglich mit dynamischen Layout-Templates.

Natürlich kann man das alles auch in Gutenberg machen, muss man aber nicht. Ich habe an anderer Stelle bereits deklariert, dass Gutenberg mein Herz noch nicht erobert hat.

Ich nutze für dynamische Layouts gerne die Plugins von Crocoblock. Die sind verlässlich, bieten alle Möglichkeiten und haben eine einheitliche Benutzeroberfläche, die sich hervorragend in WordPress und in Pagebuilder wie Elementor einfügt.

In WordPress erstelle ich Templates für die einzelnen Blogbeiträge und das Archiv aller Fragen.

Daten für Automatisation vorbereiten

Nachdem die WordPress-Installation steht, kommt der Fun-Part. Alle Einzelteile sind vorbereitet, ich muss sie nun nur noch zusammenfügen. Dazu braucht es nicht mehr als ein kleines Google-Sheet.

Hier trage ich alle Fragen ein (die liegen mir ja schon als Markdown in iA Presenter vor) und füge die zugehörigen URL-Pfade zu den Bildern hinzu. Da die Bilder sequenziell durchnummeriert sind, kann ich die oberste Zeile im Google-Sheet einfach nach unten ziehen, um die Daten für alle 365 Fragen einzufüllen.

Genau gleich verfahre ich mit einer Datums- und Zeit-Spalte. Hier lege ich fest, wann welcher Post publiziert werden soll.

In einem Google Sheet bereite ich alle Daten vor.

Automatisch publizieren

Und damit brauchen wir nun nur noch einen Weg, die Daten aus dem Google Sheet in WordPress-Posts zu verwandeln. Da ist Zapier das Tool meiner Wahl, man kann das aber auch mit Make (aka Integromat) oder anderen Automatisierungsplattformen machen.

Damit die ganze Sache funktioniert, braucht es ein Pro-Abo von Zapier. Seien wir ehrlich: darum kommt man nicht herum, wenn man Zapier wirklich nutzen will. Ein wesentliches Element der Pro-Version sind nämlich Zaps mit mehreren Schritten. Das brauche ich hier, denn ich muss in WordPress nicht nur einen neuen Post anlegen (create post), sondern vorher noch das zugehörige Bild hochladen (upload media). Die Daten und Anweisungen für beide Schritte zieht Zapier aus dem Google Sheet, das ich vorbereitet habe.

Das Coole dabei: WordPress ist ein Premium-Partner von Zapier und ich habe die Möglichkeit, bereits bestehende Daten aus dem Google Sheet in einem Rutsch auszulesen und hochzuladen. Ich muss also die Zaps nicht einzeln triggern, sondern kann alles in einem Batch erledigen. Dazu rufe ich das Kontextmenü des Zaps auf und wähle “Transfer existing data”.

Mit Zapier lade ich alle Posts in WordPress hoch und plane sie auf das gewünschte Datum.

Ein paar Learnings

That’s it! Ich habe mit wenigen Stunden Aufwand den Blog für ein ganzes Jahr geplant. Der grösste Aufwand war dabei das Design der WordPress-Plattform. Das Erstellen der Grafiken und das eigentliche Hochladen dauerten zusammen nicht mehr als eine Stunde.

https://onequestionaday.online

Zwei Learnings möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • In Google Sheet musst du ein amerikanisches Datumsformat verwenden, in dem der Monat vor dem Tag steht. Sonst werden die Beiträge beim Zapier-Upload falsch eingeplant. Der Eintrag vom 10.1.23 erscheint erst am 1. Oktober, wenn das Datum nicht amerikanisch gesetzt ist.
  • In WordPress muss WP-Cron aktiviert sein, sonst werden die Beiträge zwar geplant, aber nicht publiziert. Es muss also regelmässiger Betrieb auf der Webseite herrschen oder man richtet einen Cron-Job beim Webhoster ein. Wie das genau geht, ist bei jedem Provider leider wieder anders, drum kann ich euch da die Recherche nicht abnehmen.
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