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ChatGPT gab den Steilpass, Google und Microsoft machen das Goal

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Diese Woche hat das Zeug, in die Technologie-Geschichte einzugehen! Der Grund: Sowohl Google als auch Microsoft haben den Steilpass von ChatGPT aufgenommen und neue Produkte vorgestellt, die unseren täglichen Umgang mit Suchmaschinen umkrempelt.

Die Vorlage von ChatGPT

Wir alle haben in den letzten Wochen gelesen oder selbst ausprobiert, was ChatGPT kann. Dieser AI-Bot erzeugt Texte, die uns regelmässig die Kinnlade runterpurzeln lassen. Ein Sonett im Stile Shakespeares? HTML- oder Python-Code? Das Drehbuch für ein Erklärvideo?

ChatGPT kann alles erzeugen. Buchstäblich vor unseren Augen.

Braucht es dazu komplizierte Befehle und Prompt-Eingaben? Nein, denn ChatGPT hat eine geniale Benutzeroberfläche, die uns vertraut und darum sehr einfach vorkommt: Es ist ein Chatbot! Wir sagen der Engine einfach in unseren Worten, was wir brauchen. Die AI-Engine ist unglaublich schlau und liefert, was wir gewünscht haben – und wenn unser Wunsch noch so absurd ist.

Das einzige Problem von ChatGPT? Die AI ist zwar redegewandt, aber eben nicht schlau. Mit den harten Fakten nimmt es ChatGPT nicht so genau. Muss es aber auch nicht, denn der Sinn von ChatGPT ist ja das Gestalten von Texten, nicht die Wiedergabe von Wissen und Fakten. Das Datenmodell von ChatGPT basiert auf Daten bis und mit 2021 – alles danach ist terra incognita. Auf diesen Umstand weist die AI inzwischen auch immer wieder hin.

Beispiel gefällig?

Bei den Fakten muss ChatGPT oft passen.
Beim Dichten liefert die AI aber zuverlässig ab!

Microsoft: neues Bing

Heute hat Microsoft bekannt gegeben, wie sie dieses Manko von ChatGPT ausbügeln möchten. Man kombiniert die Fähigkeiten von ChatGPT mit dem Datenmodell, auf welchem die konzerneigenen Tools aufbauen – allen voran die Suchmaschine Bing.

Eine Grafik des Microsoft-Events bringt das wunderbar auf den Punkt:

Image Credits: TechCrunch/Frederic Lardinois, hier gehts zur Quelle

Es gibt generative AI wie ChatGPT oder auch Jasper, über das ich hier im Blog auch schon berichtet habe. Zum anderen gibt es Suchmaschinen, die Fakten kennen und zugänglich machen – und die ziemlich fit sind.

Wenn man nun beide Technologien kombiniert – und genau das macht Microsoft – dann bricht ein neues Zeitalter bei den Suchmaschinen an: wir werden in Zukunft über ein einfaches Interface (eine Chatbox) komplexe Anfragen formulieren können und die AI wird faktentreue Informationen daraus GESTALTEN! Ich verwende hier Grossbuchstaben, denn im Gegensatz zu bisherigen Suchergebnissen werden Fakten eben nicht einfach wiedergegeben und als Suchresultate aufgelistet. Vielmehr kann die AI daraus neuen Content kreieren.

Soweit die grossen News von Microsoft heute, am 7. Februar 2023. Doch ein Konkurrent war noch schneller.

Google: Bard

Gestern, am 6. Februar, kündigte Google-Chef Sundar Pichai in einem Blogartikel Grosses an: Mit «Bard» wird auch die Google Suchmaschine über einen Konversations-Bot zugänglich gemacht. Vorbei also die Zeiten, in denen man mit einer komplizierten Syntax eine erweiterte Google-Suche starten muss. Eine Syntax, die so kompliziert ist, dass wohl 99.9% aller User auch im Jahr 2023 nur über jeweils ein oder zwei Stichworte googeln.

Tempi passati: in Zukunft werden wir auch beim Googeln einfach mit einem Chatbot parlieren und ihm Befehle geben, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Das Spannende bei Google: im Gegensatz zu Microsoft nutzt man hierzu nicht das Datenmodell von ChatGPT (bzw. open.ai, der Firma dahinter).

Vielmehr hat Google natürlich schon länger ein eigenes Modell in der Schublade. Es hört auf den schönen Namen LaMDA und steht für Language Model for Dialogue Applications. Google arbeitet offenbar schon länger an der eigenen Conversational AI, war bisher aber noch zurückhaltend mit der Veröffentlichung, weil man in der ganzen Geschichte durchaus auch noch ein paar Schattenseiten sieht.

Nun hat es aber wohl dann doch pressiert und so können wir in den nächsten Wochen neben dem neuen Bing eben auch «Bard» ausprobieren.

ChatGPT schreibt derweil schon mal die «Story von Bing and Bard».

Und Apple? Amazon?

Stellt sich die Frage, was die anderen Grossen machen.

Von Apple weiss man wie immer nichts Genaues. Ausser, dass die liebe Siri seit heute ziemlich im Regen steht. Ich selbst befinde mich ja ziemlich auf Kriegsfuss mit Siri – er/sie will mich oft partout nicht verstehen. Sie/er schafft es nicht, mir ein Titel aus Apple Music treffgenau vorzuspielen. Die Wettervorhersage scheitert oft daran, dass er/sie den aktuellen Ort nicht erkennt. Und wenn ich Siri mal schnell einen Geistesblitz zur Erinnerung zuwerfe, dann geht sehr oft «irgendetwas schief».

Schauen wir mal, was da kommt.

Amazon? Alexa? Ich gebe zu, die beiden habe ich nicht so im Blick. Aber auch da scheint es mir eher ruhig geworden zu sein. Weiss allenfalls jemand von Euch mehr dazu?

Spannende Zeiten

Wie genau die neuen Produkte und Technologien sich im Alltag bewähren, werden wir in der nächsten Zeit herausfinden. Vielleicht ist da nur viel Marketing dahinter. Vielleicht stehen wir aber auch vor einem Quantensprung.

Google hat schon recht, wenn sie nicht nur auf die Potenziale der AI hinweisen, sondern auch auf mögliche Gefahren. Da geschieht im Moment so viel, dass wir noch Jahre brauchen, um alle offenen Fragen zu klären. Ethische Fragen. Copyright-Fragen. Fragen der Zugänglichkeit, der Preismodelle. Fragen zu Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, auf unsere Medienkompetenz, auf die Bildung, die Arbeitswelt, die Umwelt.

Spannende Zeiten!

Über mich

  • Roman Schurter

    Ich bin ein Contentmacher. Ich nutze gerne WordPress und andere Tools, um Lerninhalte zu gestalten und online zugänglich zu machen. Besonders angetan bin ich vom Content-First-Ansatz. Daneben produziere ich aber auch Marketing-Content für verschiedene Kunden. Gerne mit AI-Unterstützung.

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