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Der Apostroph (altgriechisch apóstrophos = abgewandt) ist ein auf der Höhe der Oberlänge stehendes, kommaförmiges Zeichen.
Es dient im Deutschen als Auslassungszeichen für einen oder mehrere Buchstaben und zur Markierung des Genitivs von Namen, die auf s, ss, ß, tz z, x enden und keinen Artikelwort bei sich haben. Wie schon das Wort Auslassungszeichen sagt, steht er anstelle eines oder mehrerer Buchstaben.
Die Verwendung des Apostrophs, auch als Hinterstrich, Nachstrich, Oberstrich, Oberhäklein, Hochkomma, Auslassungszeichen bezeichnet, geht wahrscheinlich bis ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück.
Der Apostroph ist kein einfaches Anführungszeichen und auch kein Akzentzeichen. Er sieht eher wie ein nach oben verschobenes Komma aus.
Der Apostroph wird gesetzt
- zur Markierung des Genitivs bei Substantiven, die auf s, ß, z, x enden: Delacroix’ Gemälde, Peter Weiss’ Familie
- bei Auslassungen von Wortteilen: musst’ es eben leiden; das war ’ne Katastrophe
- bei Ableitungen von Namen, die mit -sch gebildet werden: Schubert’sche Lieder auch: schubertsche Lieder
Zur Abtrennung des Genitiv-s darf der Apostroph grundsätzlich nicht gesetzt werden. Zugelassen ist er nur zur Verdeutlichung von Eigennamen: Christina’s Blumenshop
Gedankenstütze:
Deutsche Genitive mit -s haben keinen Apostroph.
Ein Apostroph bei einem Plural-s ist schlicht falsch.
Imperative haben im Deutschen keinen Apostroph.
Ein Wortabstand mit Akzent ist kein visuell befriedigender Ersatz für einen Apostroph.
Das einfache schließende Anführungszeichen ebenfalls nicht.
Ein Tipp zur Feier des Tages:
Am gestrigen 9. September war der Jahrestag zur Rettung des Apostrophs. Sachdienliche Hinweise zu seiner Herkunft und richtigen Verwendung finden sich auf folgender Website:
Technische Tipps
(von Heike Burch, Co-Autorin)
Grundsätzlich gilt, dass der Apostroph folgendermassen eingesetzt werden kann:
Mac (DE) ⇧ + #
WIN (DE) ⇧ + #
Für Menschen mit einer Schweizer Tastatur (CH/DE-FR) kann das an anderer Stelle sein. Darüber wurde schon vortrefflich und ergebnisoffen 2015 hier auf diesem Blog und auch im Büro mit meinem Mann (ich DE-DE-, er DE-CH-Tastatur) diskutiert. Siehe hier: https://publishing.blog/apostroph-fuer-schweizer/
Wichtig ist, dass einfach auch immer die richtige Sprache aktiviert ist, einmal in den Grundeinstellungen und einmal in den verwendeten Absatz- oder Zeichenformaten. Denn auch hier greift sich InDesign jeweils die Zeichen, die in der Sprache vordefiniert sind. (Noch viel wichtiger bei Anführungszeichen, aber das Thema hatten wir ja schon mal)
Technisch korrekt
Unicode: U+2019, RIGHT SINGLE QUOTATION MARK
Kann man auch in der Glyphenpalette nachschauen, am besten die Palette filtern nach Interpunktion. Mit der Maus über die verschiedenen «Hochkommas» fahren und bei der Version U+2019 doppelklicken!

Eingeschleppte falsche Apostrophe aus Word etc.
Wenn es falsche Apostrophe gibt (und ich meine nicht die liebevoll Deppen-Apostrophe genannten, sondern wirklich falsche Zeichen), kann ich die mit der Suche ganz einfach eliminieren resp. austauschen.
Hierzu kopiere ich mir einfach das falsche Zeichen (was denn sicher vermehrt im Dokument vorkommt) in die Zwischenablage, starte die Suche Bearbeiten > Suchen/Ersetzen und füge das falsche Zeichen in das Suchfeld ein. Für das Ändern in Feld kann ich das korrekte Zeichen auch per Copy&Paste aus der Glyphen-Palette einfügen.
Nun einfach noch kontrollieren, ob im gesamten Dokument gesucht wird und auf Alle ändern klicken.


Bitte auf keinen Fall den von InDesign vorgeschlagenen Apostroph (siehe Screenshot unten) verwenden! Ich verstehe das ehrlicherweise nicht, warum dort eine falsche Funktion drin ist. Möglicherweise liegt es an der ursprünglich englischen/amerikanischen Version…

Gibt es verschiedene falsche Apostrophe, muss diese Suche mehrfach durchgeführt werden. Einfach im Suchfeld die Eingabe anpassen.
Kommen derlei Fehler immer wieder vor, kann man die Suche(n) oben mit einem Klick auf das Icon, welches ich nicht beschreiben kann, speichern.

Oder einfach eine GREP-Suche starten, dann wird alles auf einmal gesucht und ersetzt (kann man natürlich auch speichern).


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Ein Kommentar
Wie man es nicht mach ´t:
http://www.deppenapostroph.info
http://www.apostrophitis.de/apostrophen.htm (Menü oben beachten)
🙂