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Die schöne Vereinigung – Der Umbruch

Eine neue Ordnung – Der Umbruch
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In der Typografie bezeichnet der Umbruch die Anordnung aller Bestandteile einer Seite entsprechend dem Satzspiegel. Dabei kann es sich um ein Buch, eine Zeitung, ein Prospekt oder auch um eine Website handeln. Berücksichtigt sollten sowohl ästhetische und themenbezogene, als auch orthografische und typografische Regeln, denn es geht immer um eine sinngemäße und gleichzeitig optisch ausgewogene Ordnung.

Der Umbruch umfasst den Zeilenumbruch des gesamten Textes, den Umbruch in Überschriften und Titeln, sowie den Spalten- und Seitenumbruch.

Da der Umbruch entscheidende Folgen für die Lesbarkeit und die ästhetische Wirkung hat, hier ein paar sehr grundsätzliche Regeln:

  • keine Silbentrennung in Überschriften und Titeln
  • keine Silbentrennung im letzten Wort vor dem Seitenwechsel
  • die letzte Zeile eines Absatzes darf nicht am Anfang einer neuen Seite/Kolumne stehen (das ist das Hurenkind/die Witwe)
  • die erste Zeile es Absatzes darf nicht am Ende einer Seite/Kolumne stehen (das ist der Schusterjunge)
  • generell sollte weder Abkürzungen noch Zahlen, Währungen, Postleitzahlen etc. getrennt werden
  • Vor- und Zunamen oder auch Eigennamen sollten nicht getrennt werden

Übrigens

In Zeiten des physischen Bleisatzes gab es für den Umbruch einen eigenständigen Beruf, denn oft arbeiteten an einem Werk mehrere Schriftsetzer gleichzeitig. Der von ihnen erstellte Satz musste zu einer Seite zu einem Buch zusammen gebaut werden. Diese Tätigkeit erledigte der Metteur (Fertigmacher, Zurichter, Umbrecher, Seitenformer).

Übrigens 2.

Frakturen kommen im Setzergeschäft häufig vor. So gibt es nicht nur Umbrüche, sondern auch z.B. Stilbruch, Falzbruch, Parallelbruch, Umbruchfehler, Seitenumbruch, Kreuzbruch, Klebeumbruch oder Medienbrüche usw.


Technische Tipps

(von Heike Burch, Co-Autorin)

Eigentlich gäbe es sehr viel zum Thema Umbruch zu sagen, nämlich alles, was in InDesign irgendwo im Layout passiert. Ich habe mich aber entschieden, das nicht zu tun und werde nur einige Punkte zum Thema Text-Fluss ansprechen, die in anderen Beiträgen von Setzers Wissen nicht gesondert behandelt werden.

Zum Thema Gestaltungsraster und typografische Feinheiten haben wir bereits oder werden wir in Zukunft hier berichten.

Textverkettungen

Beginnen wir mit den verketteten Textrahmen. Diese können von Hand verkettet werden. Oder gleich zu Beginn der Dokumenterstellung mit einem Häkchen bei «Primärer Textrahmen».

Anzeige der Textverkettungen (sehen aus wie Schnüre, die die einzelnen Rahmen verbinden und uns den Textfluss sichtbar machen)

Das hat zur Folge, dass InDesign auf der Musterseite die Textrahmen in der Grösse des Satzspiegels (Einstellung unter «Ränder» oder Layout > Ränder & Spalten) bereits fix erstellt, verkettet und auf den einzelnen Layoutseiten bereits wieder aufgelöst hat. Eigentlich so, wie (Entschuldigung!) Word das von Haus aus macht.

Änderungen an der Musterseite und den Textrahmeneinstellungen des primären Textrahmens wirken sich direkt auf den Umbruch aller Seiten aus.

Den Primärtextrahmen erkennt man übrigens an diesem kleinen Symbol mit dem Pfeil. Das bedeutet: Hier gilt der primäre Textfluss.

Wenn Sie also direkt in InDesign schreiben (oder ein Textdokument platzieren) und der Textrahmen gefüllt ist, hat InDesign mehrere Möglichkeiten:

  • Übersatz erzeugen (und dann den Textrahmen manuell mit der nächsten Seite verknüpfen, das ist der Fall, wenn kein primärer Textrahmen gesetzt ist und das Häkchen bei «Automatischer Text-Fluss» deaktiviert ist).
  • Eine neue Seite einfügen und mit dem neu erzeugten Textrahmen verknüpfen (wenn der «Primäre Textrahmen» und der «Automatischer Text-Fluss» aktiviert sind).

Wie soll sich InDesign verhalten? Das muss ich ihm sagen: in den Einstellungen > Eingabe > Automatischer Text-Fluss.

Wenn der Text in den verketteten Rahmen schrumpft (und es möglicherweise leere Seiten gibt), kann ich ebenfalls in den Voreinstellungen festlegen, wie sich InDesign verhalten soll:

  • Doppelseitige Druckbögen beibehalten
  • Leere Seiten löschen

Umbruchoptionen

In InDesign gibt es in den Absatzformaten noch eine Rubrik «Umbruchoptionen». Der Teil Absatzbeginn sieht recht unscheinbar aus, ist aber sehr sinnvoll einzusetzen.


Wenn z. B. ein Kapitel immer auf der rechten, ungeraden Seite beginnen soll, kann ich im Absatzformat «Kapitelüberschrift» definieren festlegen, dass es immer auf genau dieser ungeraden, neuen Seite beginnen soll. Unabhängig davon, wie viel Platz davor ist.

Hier stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Beliebige Position
  • In nächster Spalte
  • Im nächsten Rahmen
  • auf der nächsten Seite
  • Auf der nächsten ungeraden Seite
  • Auf der nächsten geraden Seite

Spaltenspanne

Die Funktion «Spaltenspanne» in Adobe InDesign bietet verschiedene Vorteile für das Layouten von mehrspaltigen Texten:

Überschriften und Einleitungen

Bei mehrspaltigen Textseiten kommen Überschriften oder Einleitungstexte oft besser zur Geltung, wenn sie sich über alle Spalten erstrecken. Die Spaltenspanne ermöglicht es, diese Elemente über die gesamte Breite des Textbereichs zu legen, wodurch sie prominenter und leichter lesbar werden.

Visuelle Klarheit

Durch die Spaltenspanne lassen sich bestimmte Textteile (z. B. Zitate, Zwischenüberschriften, Infoboxen) hervorheben. Dies erhöht die visuelle Klarheit und Struktur der Seite, da der Leser leicht erkennen kann, wo ein neuer Abschnitt oder eine wichtige Information beginnt.

Layout-Flexibilität

Die Spaltenspanne bietet Flexibilität bei der Gestaltung von komplexen Layouts. Verschiedene Layoutstile können innerhalb eines einzigen Textabschnitts angewendet werden, ohne die gesamte Textrahmenstruktur ändern zu müssen.

Einfachere Handhabung

Anstatt separate Textrahmen für Elemente zu erstellen, die sich über mehrere Spalten erstrecken sollen, ermöglicht die Spaltenspanne eine einfachere Handhabung innerhalb desselben Textrahmens.

Professionelles Erscheinungsbild

Ein durchdachtes Design und eine klare Strukturierung sind besonders in Printmedien und professionellen Veröffentlichungen wichtig.

Natürlich kann man auch per Hand den Text umbrechen: Das Menü «Schrift» > «Umbruchzeichen einfügen» enthält folgende Optionen:

Spaltenumbruch 

Der Text fliesst zur nächsten Spalte im aktuellen Textrahmen. Wenn der Rahmen nur eine Spalte enthält, fliesst der Text zum nächsten verketteten Rahmen.

Rahmenumbruch 

Der Text fliesst unabhängig von der Spalteneinrichtung des aktuellen Textrahmens zum nächsten verketteten Textrahmen.

Seitenumbruch 

Der Text fliesst zur nächsten Seite, die einen mit dem aktuellen Textrahmen verketteten Textrahmen enthält.

Umbruch für ungerade Seiten 

Der Text fliesst zur nächsten ungeraden Seite, die einen mit dem aktuellen Textrahmen verketteten Textrahmen enthält.

Umbruch für gerade Seiten 

Der Text fliesst zur nächsten geraden Seite, die einen mit dem aktuellen Textrahmen verketteten Textrahmen enthält.

Absatzumbruch 

Fügt genau wie die Eingabetaste bzw. der Zeilenschalter einen Absatzumbruch ein.

Harter Zeilenumbruch 

Erzwingt an der Einfügemarke einen Zeilenumbruch und beginnt eine neue Zeile, ohne einen neuen Absatz zu erstellen (entspricht dem Drücken von Umschalt- + Eingabetaste bzw. Zeilenschalter). Ein erzwungener Zeilenumbruch wird auch als automatischer Zeilenumbruch bezeichnet.

Bedingter Zeilenumbruch 

Gibt an, wo eine Zeile umgebrochen werden soll, falls ein Zeilenumbruch erforderlich ist. Ein bedingter Zeilenumbruch ist mit einem bedingten Bindestrich vergleichbar, nur dass beim Zeilenumbruch kein Bindestrich eingefügt wird.

In den Dialogfeldern «Absatzumbruchoptionen» und «Absatzformatoptionen» stehen die entsprechenden Umbruchoptionen zur Verfügung.

Falls du noch weitere Einstellungsmöglichkeiten gefunden hast, ich bin neugierig. Schreib es in die Kommentare!


Wenn du Fragen zu komplexen Dokumenten, sauberen InDesign-Vorlagen oder guter Typografie hast: meld’ dich bei uns!


Der Text entstand unter Verwendung der Adobe-Hilfe. (Umbruchzeichen)

Über uns

  • Jana Schlosser

    Am liebsten gestalte ich Bücher. Schöne Bücher. Als gelernte Schriftsetzerin mit großer Affinität zur Typografie und studierte Grafikdesignerin mit Liebe zum Konzept biete ich feine Buchgestaltung und gestaltende Beratung von Marken.

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  • Heike Burch

    InDesign verstehen. Und dann Qualität erzeugen. Ist es das, was Du suchst? Ich bringe Ordnung in deine InDesign-Dateien. Oder zeige dir, wie du selbst die besten Templates und Vorlagen erstellen kannst. Bei mir bist du richtig, wenn: deine InDesign-Dateien komplexer werden und du Hilfe brauchst // du den Dingen in InDesign auf den Grund gehen willst (also einen Workshop oder ein Seminar brauchst) // du deine Ruhe haben willst und Arbeit und/oder Verantwortung abgeben möchtest, aber die Qualität sehr gut bleiben oder werden soll?

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