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Die 3 Publishing-Fragen: Sven Brencher, Trainer und Consultant

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Die 3 Publishing-Fragen – das ist eine neue Kategorie hier im Publishingblog. Wir stellen Publishing-Persönlichkeiten jeweils drei Standard-Fragen und veröffentlichen hier im Blog ihre Antworten. Heute Sven Brencher, Trainer und Consultant.Sven Brencher
Trainer und Consultant bei svenbrencher.de

Frage 1: Was sind die grossen Änderungen im Publishing in den nächsten drei Jahren?

Aus meiner Sicht sind Änderungen im Publishing eher ein konstanter Prozess. Jedes Jahr gibt es neue Technologien und Designtrends, die von uns Medienschaffenden beherrscht werden müssen. Gleichzeitig müssen wir uns von alten Vorgehensweisen und Prozessen verabschieden. Die spannende Frage besteht also wie immer darin, wie ich mich am besten darauf vorbereite. Zunächst mal versuche ich immer wieder, den inneren Schweinehund zu überwinden, der sich an gewohnten Arbeitsweisen und Werkzeugen festklammert. Davon befreit kann ich mich viel einfacher auf eine sich ständig selbst neu erfindende Medienwelt einstellen. Hier also mein befreiter Blick in die Glaskugel:

  1. Der Medienkonsum verlagert sich weiterhin deutlich mehr auf Tablets und andere portable Geräte. Das klingt nicht nach einer neuen Weisheit. Aber was bedeutet das? Es bedeutet das eingleisige Medien, wie Fernsehen und Zeitungen/Zeitschriften ihr Angebot erweitern müssen und in Zukunft direkter mit den Lesern und Zuschauern in Verbindung stehen. Viele Verlage und Sender experimentieren bereits mit der Einbindung von Social Media Plattformen und entwickeln neue Konzepte, um aus Konsumenten Anwender zu machen. Anwender nutzen nicht nur die Informationen, sondern geben auch Feedback.
  2. Der online Werbemarkt nimmt weiter Fahrt auf: Die technologische Verunsicherung und der Stillstand der letzten Jahre im Bereich online Banner findet gerade ein Ende. Es gibt neue Regeln und Standards für online Marketing auf Basis von HTML5. Diese Standards sind aus dem Betastadium raus und wir werden eine Fülle von neuen Werkzeugen und Programmen sehen, die es uns Kreativen ermöglicht, spannende Projekte umzusetzen. Auch in diesem Bereich werden Projekte erfolgreich, die es geschickt hinbekommen, die reale und die online Welt zu verbinden. 2016 ist ein gutes Jahr, um sich in das endlich stabile HTML5 einzuarbeiten, denn das bildet die Basis für alle zukünftigen digitalen Medienformate.
  3. Immer mehr junge Leute: Es wird immer mehr Medienschaffende geben, die jünger sind als die Tools, die sie benutzen. Kein Wunder, denn manche der bekannten Adobe Programme haben mehr als 25 Jahre auf dem Buckel. Auf ein Menschenleben bezogen sind die Publishing Werkzeuge in den letzten Jahren erwachsen geworden und gewinnen jetzt zunehmend an Weisheit! Was meine ich damit? Wie sollen junge Medienschaffende mit Technologien zurechtkommen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben? Die einfache Antwort: gar nicht. Die Werkzeuge werden sich anpassen und leichter in der Benutzung werden. Das merkt man an Betriebssystemen, mit denen man sprechen kann, oder an mobilen Anwendungen, deren Erkundung nicht nur leicht ist, sondern oft auch noch Spaß macht. Für Einsteiger in den Medien sind diese Apps eine wunderbare Chance, einfach kreativ sein zu dürfen, ohne vorher Jahrelang alte Technologien lernen zu müssen.
  4. Teams werden agiler, spezialisierter und gleichzeitig breiter aufgestellt: klingt nach einem Widerspruch, oder? Unseren Medienformaten liegen Technologien zugrunde, die an Komplexität immer mehr zugenommen haben. Auf der anderen Seite müssen wir die Komplexität in den meisten Fällen aber gar nicht mehr überschauen, da es Tools und Frameworks gibt, mit denen ich mir diese Technologien einfach nutzbar machen kann. Ich vergleiche das gerne mit der Automobilbranche. Ich muss selbst gar nicht wissen, wie der Motor funktioniert, sondern nur die Schnittstellen, wie Lenkrad, Gaspedal und Bremse kennen. In Zukunft brauche ich das vielleicht auch nicht mehr und muss nur noch das Ziel kennen. Den Rest erledigt dann das Auto von selbst. Wenn aber irgendetwas nicht klappt, dann brauche ich einen echten Spezialisten. Wenn wir uns zum Beispiel aktuelle Services, wie Adobe Spark ansehen, dann muss ich nicht wissen, wie man einen Banner gestaltet, ein Video produziert oder eine Webseite erstellt. Ich muss nur noch wissen, was ich dem Nutzer mitteilen möchte. Um das Wie und Womit kümmert sich der online Service. Dieser Fortschritt im Publishing ermöglicht es Generalisten, komplexe Medienformate zu erstellen. Wichtiger ist das Know-How eines Autors oder Redakteurs, als die Kenntnisse eines Designers oder Entwicklers. Für die seltener werdenden Fälle, dass ich über einen bestimmten Prozentsatz hinaus will, brauche ich genau diese Experten, die sich in der Tiefe mit den jeweiligen Technologien auseinandergesetzt haben.

Frage 2: Wie stellst du sicher, dass dein Wissen und Können stets aktuell sind?

2016 bin ich 20 Jahre in der Medienbranche aktiv. Und ich habe nie aufgehört, zu lernen. Die Möglichkeiten, an neuen Input zu kommen, waren nie besser als heute: Wenn ich auf der Suche nach Inspiration bin, dann gehe ich zu Behance, wenn ich etwas Neues lernen will, dann finde ich Videotrainings bei video2brain und wenn ich ein technologisches Problem habe, dann stehen mir mehr Blog-Artikel zur Verfügung als ich je lesen kann. Genug Informationen sind also da. Jetzt fehlt es oft nur an der Disziplin sich regelmäßig fortzubilden. Da ich viel unterwegs bin, nutze ich oft die Zeit in der Bahn oder im Flugzeug bzw. die Abende im Hotel, um am Tablet Artikel zu lesen oder Videotrainings anzusehen. Außerdem versuche ich mindestens ein bis zwei Clips pro Tag anzuschauen. Wenn man nahezu täglich 10 – 20 Minuten neben der Arbeit in die Fortbildung investiert, dann reicht das absolut, um auf dem Laufenden zu bleiben. Um mal wirklich etwas Neues zu lernen oder sich in ein Programm einzuarbeiten, nehme ich mir aber eher dann auch mal ein bis zwei Tage Zeit, um die Grundlagen zu erlernen.

Frage 3: Auf welches Hilfsprogramm kannst du in deiner täglichen Arbeit nicht verzichten? Warum?

In meiner täglichen Arbeit kommt neben der Adobe Creative Cloud noch Microsoft Office 365, ein Dropbox Pro Account und ein Google Apps for Work Account dazu. Auf keines dieser Tools und Services möchte ich derzeit verzichten. Und mehr braucht es eigentlich auch nicht, um erfolgreich Medien zu produzieren. Aber wenn es ein kleines Helferlein an meinem MacBook gibt, ohne das ich nicht mehr auskommen möchte, dann ist es Default Folder X. Das ist eine kleine Systemerweiterung, die die Funktionen der öffnen und speichern Dialoge erweitert und die Navigation zwischen vielen Ordnern enorm beschleunigt. Ich nutze das Programm schon seit vielen Jahren und es ist schon so selbstverständlich, dass ich eigentlich gar nicht mehr darüber nachdenke, wie es wohl wäre, wenn ich nur noch den normalen Dialog hätte :-)Ich bin Adobe Certified Instructor für viele Creative Cloud Applikationen und für Maxon Cinema 4D. Neben der Arbeit als Trainer und Consultant produziere ich Videoclips und Animationen. Auf Facebook betreue ich eine Premiere Pro Usergroup und produziere regelmäßig Videotrainings für video2brain.
Kontaktdaten: http://www.svenbrencher.de
Twitter: twitter.com/svenbrencher

Über mich

  • Haeme Ulrich

    Ich bin Business Leadership Coach und konzentriere mich auf Verlage und Agenturen. Ich habe Hunderte von Verlagen und Agenturen weltweit betreut und ihnen geholfen, ihre Prozesse zu optimieren und eine blühende Kultur zu etablieren. Ich bin ein versierter Redner, spreche auf Bühnen mit mehr als 5000 Zuhörern sowie vor Hochschul- und Fachpublikum. Mein Stil ist authentisch, ehrlich und direkt, wobei dein Erfolg immer im Vordergrund steht. Ich lege mehr Wert darauf, meinen Kunden beim Aufbau langfristiger, nachhaltiger Geschäfte zu helfen, als nur auf kurzfristige Gewinne zu achten.

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