• Thema

  • Technologie

Haemes Senf: Die Theorie setzt die Grenzen

Beitrag speichern
Logge dich zuerst ein

Vermutlich liegt es am Bart, der immer grauer wird. Jedenfalls werde ich häufiger nach meiner Biografie gefragt. So auch im Podcast von Heike Burch. Beim Erzählen meiner persönlichen «Publishing Story» leuchten meine Augen, wenn ich davon berichte, wie mein Chef (heute Freund) und ich 1997 den 3-Farben-Druck etabliert haben. Ganz nach dem Motto:

«Alle sagten: Das geht nicht. Dann kamen zwei, die das nicht wussten (oder ignoriert haben) und haben es gemacht».

«Spinnt ihr»? (ein gutes Zeichen)

Die Sache ist rasch erklärt. Wir hatten damals eine Druckmaschine mit sechs Farbwerken. In der Mitte ein Werk zum Wenden des Bogens. «Wenn wir jetzt mit drei statt vier Farben drucken würden, so könnten wir in einem Bogen-Durchlauf Vorder- und Rückseite des Bogens bedrucken und so unglaublich viel Zeit einsparen. Wir müssten auf Schwarz verzichten und durch Zusammendruck von Cyan, Magenta und Gelb das Schwarz mischen», haben wir uns gedacht. Natürlich: Mein Chef und ich haben beide aus der Farbtheorie gewusst, dass sowas nicht funktionieren würde: «Unmöglich, das geht nur in Theorie», «wie in aller Welt willst du den schwarzen Text mit drei Farben drucken, dass es nicht zu Passerproblemen kommt» und «physikalisch unmöglich». Das war uns (zum Glück) egal. Und so habe ich mich an die Arbeit gemacht und ein ICC-Profil geschrieben, welches RGB nach CMY umwandelt (Text war natürlich auch RGB). Dann ab in die Maschine und schauen, was passiert. So satt war es nicht, unser gemischtes Schwarz. Aber es reichte alleweil, um eine neue «Low Budget Drucksachen»-Linie anbieten zu können und den Markt aufzumischen.

Scheitern zulassen

Es geht mir nicht um den 3-Farben-Druck. Es geht mir darum, was zu machen, was als nicht machbar gilt. Denn: Wer fest an durch die Theorie vermittelte Grenzen glaubt, erreicht nur, was es schon gibt.
Zu versuchen, was als nicht machbar gilt, heisst jedoch auch, bewusst das Scheitern in Kauf zu nehmen. Denn so einfach, wie es uns beim 3-Farben-Druck ergangen ist, ist es normalerweise nicht. Ich würde sagen, auf 100 Prozent Probieren kommen 80 Prozent Scheitern. Die 20 Prozent Erfolg reichen dann aber locker, die 80 Prozent Scheitern zu finanzieren. Denn die 20 Prozent haben es so richtig in sich und lassen sich perfekt monetarisieren.

Über mich

  • Haeme Ulrich

    Ich bin Business Leadership Coach und konzentriere mich auf Verlage und Agenturen. Ich habe Hunderte von Verlagen und Agenturen weltweit betreut und ihnen geholfen, ihre Prozesse zu optimieren und eine blühende Kultur zu etablieren.
    Ich bin ein versierter Redner, spreche auf Bühnen mit mehr als 5000 Zuhörern sowie vor Hochschul- und Fachpublikum.
    Mein Stil ist authentisch, ehrlich und direkt, wobei dein Erfolg immer im Vordergrund steht.
    Ich lege mehr Wert darauf, meinen Kunden beim Aufbau langfristiger, nachhaltiger Geschäfte zu helfen, als nur auf kurzfristige Gewinne zu achten.

    Alle Beiträge ansehen
Was denkst du dazu?
yeah!
0
wooow
0
what?
0
meh.
0
hahaha
0
Beitrag teilen
Was denkst du dazu?
Was denkst du dazu?
yeah!
0
wooow
0
what?
0
meh.
0
hahaha
0
Diskussion

2 Kommentare

  1. «Das hier geht an die Verrückten, die Außenseiter, die Rebellen, die Unruhestifter, an die, die aus dem Muster fallen… diejenigen, die die Dinge anders sehen — sie halten nichts von Regeln und respektieren den Status Quo keineswegs… Du kannst sie zitieren, anderer Meinung sein als sie. Du kannst sie glorifizieren oder sie herabwürdigen, aber das einzige, was du nicht tun kannst ist, sie zu ignorieren, weil sie die Dinge nämlich verändern … Sie bringen die menschliche Rasse weiter und obwohl sie andere als die Verrückten sehen, sehen wir sie als Genies. Denn diejenigen, die verrückt genug sind, zu denken, dass sie die Welt ändern könnten, werden diejenigen sein, die es tatsächlich tun.»

    – Think different, 1997

    Die unsterblichen Worte, eines Mannes, der Wohl zu den visionärsten dieses Planeten gehörte. Schade haben sie heute nur noch einen Koch. 😔

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Hinweis: Es kann bis zu zwei Stunden gehen, bis dein Kommentar auf der Website erscheint. Bitte poste deinen Kommentar nur einmal 😉

Aktuelle Jobangebote
  • Prepress / Druck / Verpackung / Werbetechnik Jobs - medienjobs.ch

  • Neue Beiträge als E-Mail
    jeden Dienstag die neusten Blogposts in deiner Inbox
    Unsere Partner:

    Dein Gerät ist aktuell offline.