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Digitale Nomaden – Stromlos? Netzlos? Kopflos?

Lagerfeuer

Vor zwei Wochen schrieben wir, Familie Mettler, einen Blog über uns – wie wir als digitale Nomaden unser Projekt starten. Das war gewissermassen Fake Publishing. Wir sind zwar digital – Nomaden sind wir noch lange nicht. Den Blog tippten wir friedlich im warmen Zuhause auf unserem Sofa. Mitten in einer wohligen Komfortzone. Mit W-Lan und Steckdose.

 

Unsere Komfortzone

 

Läuft unser Projekt wie geplant, bereisen wir als digitale Nomaden die grosse, weite Welt und landen an Orten, die weder W-Lan, noch Steckdose besitzen. Real hard publishing.

 

Wir leben in einer stromversorgten Welt. Ob im Büro, Zuhause, im Zug, im Auto. Niemand zeigt Verständnis, wenn dem Smartphone die Puste ausgeht. Unsere Geräte sind mit Akkus ausgestattet, die durchhalten, bis wir die nächste Steckdose erreichen. In Sachen Internet verlassen wir uns auf das omnipräsente W-Lan und notfalls auf 3G oder 4G.

 

Wir haben Cloud, wir haben Server und wir haben für alles eine Lösung. Wenn etwas nicht funktioniert, füttern wir unsere Hardware mit Strom, docken sie an das Internet an und fragen Google nach einer Lösung.

 

Gute, alte Komfortzone.

 

Sind digitale Nomaden frei und unabhängig?

 

Digitale Nomaden verkaufen ihren Lifestyle als die neue Form der Freiheit. Wie frei sind die neuen Hipster ohne Strom und Internet?

Ihr Nomadentum zieht sie zwangsläufig an Orte, die ihnen Publishing erst möglich machen. Nichts mit Freiheit im Busch oder in der Prärie.

 

White Spots

 

Dort, wo Strom gewohnheitsmässig eine Woche ausfällt, zeigt sich die Einschränkung der Freiheit. Digitale Nomaden reisen im Radius des World Wide Web – das gar nicht wirklich World Wide ist, wenn wir uns die Weltkarte unter diesem Aspekt anschauen.

 

Auf kreative und dramatische Art, zeigen niederländische Designer mysteriöse Orte dieser Welt, die einsam, verlassen und offline sind. White Spots nennen sie diese dunklen Orte, an die kein W-Lan reicht. Mit ihrer App White Spots, sehen User diese Offline Orte auf der Weltkarte. Mehr darüber auf white-spots.net.

 

Unterversorgt

 

Ob wir an diesen White Spots zelten, ist ungewiss. Sicher sind manche Orte nicht gänzlich vom Weltnetz verlassen, sondern höchstens vernachlässigt. Orte, an denen das Internet regelmässig ausfällt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dort landen, ist um einiges höher.

 

Videoproduktion offline

 

Die Produktion unseres Contents lässt sich auf unserem stromversorgten iPad Pro bequem offline bewerkstelligen. Fotos, Video, Texte – alles kein Problem. Ein absolut fantastisches Videobearbeitungsprogramm ist übrigens Lumafusion. Ein Programm, das iMovie kühl und locker in den Hintern tritt. Ich teste es aktuell auf dem iPhone und finde es grossartig.

 

Lumafusion

 

Offline soweit kein Problem. Sofern niemand unsere Hardware klaut oder unsere Kinder sie in türkisblaues Meer schmeissen.

 

Ein komfortabler Zwischenspeicher

 

Und online? Wie lade ich die Videodateien auf unser Drive Konto, wenn wir die weissen Flecken der Erde bereisen?

Offline speichern wir allen Content im Readdle App. Sobald dieses das Internet spottet, lädt es alles gebündelt, (hoffentlich schnell) und unkompliziert auf Google Drive.  

 

Bild und Text

 

Bildbearbeitung macht unser langjähriger Nomade Joao im lightroom und HDR X. Die Fotos speichern wir im Readdle App.

 

Texte tippen wir offline im Google Drive. Die einfachste Produktion, denkst du jetzt. Google stattet das Programm mit Neuerungen aus und reduziert auf Backup and Sync.

 

Vom Radiomoderator zum Techniker

 

Wie läuft die Produktion unserer Podcasts? Als ehemaliger Plapperi im Radio gestehe ich: Technisch bin ich eine Niete.

Als Moderator eines professionellen Senders kein Drama. Steigt das Mikrofon aus, rufe ich den hausinternen Techniker. So einer bin ich. Für unseren Podcast haben wir keinen hausinternen Techniknerd. Ich bin dazu verdammt, Mikro und Programm selbst zum Laufen zu bringen.

 

Tolles Schnittprogramm für Audio

 

Und dazu verdammt, das passende Schnittprogramm zu suchen, um unkompliziert und schnell zu schneiden. Das bietet mir Ferrite.

 

Schnittprogramm Ferrite

 

Dieses Programm ist fantastisch. Alles was ich bei einem Radiosender am Computer mit Maus und Tastatur erledigte, ist auf dem iPhone hundert Mal attraktiver. Die Audiodateien verschiebe ich auf verschiedene Spuren per Drag and Drop. Usability vom feinsten.

 

Gotthelfs Zeiten

 

Für die Offline Produktion ist somit gesorgt.

 

Oder?

 

Klar. Sofern wir Strom haben.

 

Verschlägt es uns wirklich an Orte aus Gotthelfs Zeiten, hoffen wir auf eine Lösung:

 

Et voilá: Hier kommt Biolite. Das ist ein portabler Grill. Angetrieben durch Holz. Holz und Feuer. Das brauchen wir. Mehr nicht. Die Wärme treibt einen kleinen Ventilator an, der das Feuer mit Luft versorgt. Einzig das Holz müssen wir ständig nachfüllen.  

 

Foto Biolite

 

Die Power reicht weit genug, um Smartphone oder Tablet damit aufzuladen. Oder die anker powerbank. Wahnsinn. Wärme und Strom frei und unabhängig produzieren. Wie geil ist das?

 

Foto Biolite

 

Und es wären nicht Gotthelfs Zeiten, wenn wir nicht gleichzeitig damit grillieren und unseren Akku aufladen.

 

 

Neben dem Grill liefert das Teil einen Kocher, diverse Lampen und ein Solarpanel, um hoffentlich zusätzlichen Saft zu liefern.

 

Digitale Nomaden ohne Komfortzone

 

Während ich nach diesen ganzen Apps und Lösungen suchte, wurde mir erst bewusst, auf was wir uns einlassen. Wir verlassen unsere digitale Komfortzone.

 

Wie gezeigt, ist unsere digitale, moderne Welt fähig unkonventionelle Lösungen für unkonventionelle Menschen zu bieten. Unkonventionelles Publishing für Abenteurer und digitale Nomaden.

 

Wobei wie gesagt: Noch sind wir in der theoretischen Vorbereitungen. Die Praxis kommt noch. Ich freue mich darauf. Ob wir wirklich in einem white spot mit Holzgrill Publishing machen, wird sich zeigen. Dazu mehr in 14 Tagen.

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Familie Mettler

Wir sind eine Familie auf Weltreise. Wir machen Publishing im Zelt ohne Wlan. Wie das läuft und was wir dabei lernen, teilen wir exklusiv auf dem Publishingblog. Was wir sonst erleben: familiemettler.ch
mail@familiemettler.de
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