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Eine neue Generation von Diktiersoftware – und ich bin überraschend begeistert

Diktiersoftware mit KI - ein überraschender Produktivitätsschub.
Diktiersoftware mit KI - ein überraschender Produktivitätsschub.
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Ich dachte, ich hätte mich längst von Diktiersoftware verabschiedet. Zu sperrig, zu fehleranfällig, zu mühsam. Und ehrlich gesagt: Ich tippe einfach lieber, als ins Mikrofon zu sprechen. Doch seit einigen Wochen teste ich eine neue Generation von Tools – und bin angefixt.

Die alte Welt: Nuance und Co.

Früher hiess Diktieren: Software installieren, gutes Mikrofon anschliessen, sehr deutlich und langsam sprechen. Die Ergebnisse waren … nutzbar. Aber das, was herauskam, war eins zu eins das Gesprochene.

Verhaspelt? Steht im Text.

Füllwörter? Stehen auch drin.

Und wer kennt das nicht: Man fängt einen Satz an, verliert unterwegs den Faden und weiss am Ende nicht mehr, wie der Satz begonnen hat.

So sprechen wir nun mal.

Gesprochene Sprache ist nicht geschriebene Sprache.

Die neue Welt: KI bringt Ordnung ins Chaos

Und hier kommt die neue Generation ins Spiel. Tools wie Wispr FlowRaycast oder Whisper transkribieren nicht einfach – sie übersetzen gesprochene Sprache in gut lesbare, geschriebene Sprache. Sie filtern Füllwörter heraus, strukturieren Sätze neu und sorgen dafür, dass das Ergebnis tatsächlich lesbar ist.

Das ändert alles.

Und es funktioniert. Auch im Grossraumbüro. Alle drei Tools beherrschen einen Flüstermodus – ich kann leise ins Mikrofon sprechen, ohne jemanden zu stören. Oder ich ziehe mich kurz in eine ruhige Ecke zurück, plappere drauflos, und die KI bringt Ordnung in die Sache.

Und was soll ich sagen: Ich bin einfach sehr viel schneller so.

Drei Tools, drei Spezialitäten

Ich teste seit einigen Wochen drei verschiedene Tools. Jedes hat seine Stärken – und seinen spezifischen Einsatzbereich.

Wispr Flow – der Allrounder

Wispr Flow ist mein Favorit für längere Texte. Die Einrichtung ist simpel: Tastaturkürzel festlegen, loslegen. Ich drücke den Button, spreche ins Mikrofon – und der Text landet direkt in der geöffneten App. Egal ob Mail, Notiz oder Word.

Das Beste: Wispr Flow versteht mehrere Sprachen und kann sie sogar mischen. Ich kann auf Deutsch starten, ein paar englische Begriffe einstreuen, vielleicht noch etwas Französisch – der Text kommt sauber formatiert zurück.

Auf dem Mac läuft es über ein globales Tastaturkürzel, auf iPhone und iPad über eine eigene Tastatur. Beides funktioniert erstaunlich gut. Man kann sogar ein Glossar hinterlegen, damit Markennamen oder Fachbegriffe korrekt geschrieben werden. Auch Textbausteine werden unterstützt und ich kann festlegen, in welcher App welcher Stil verwendet werden soll: In Mails ist es eher sachlich, in meinen Notizen eher kreativ, in WhatsApp darf es auch mal persönlich und flappsig sein.

Alle 3 genannten Tools auf meinem iPhone. Von links: Raycast, Whisper, Wispr Flow
Alle 3 genannten Tools auf meinem iPhone. Von links: Raycast, Whisper, Wispr Flow

Raycast – der Tausendsassa mit AI-Turbo

Raycast ist eigentlich ein Productivity-Tool für den Mac. Ein Ersatz für das systemeigene Spotlight. Schnell Apps starten, nach Dingen suchen, Aktionen starten. Raycast hat eine sehr praktische KI-Integration, in dem man KI-Chats oder KI-Aktionen definieren und direkt im Finder starten kann.

Seit einiger Zeit gibt es Raycast auch für das iPhone und iPads. Dabei steht in der mobilen App vor allem das Diktieren im Zentrum. Die Spezialität auch hier: die KI-Integration. Hier sorgt die KI nämlich nicht nur dafür, dass das Diktierte einen Sinn und Stil bekommt – ich kann auch ganz konkret Bearbeitungen in Auftrag geben. Mach aus dem Diktierten direkt einen Blogbeitrag. Formuliere daraus einen LinkedIn-Kommentar. Erstelle eine Outline oder formatiere das Gesagte in Markdown.

Genau damit eröffnet sich mir eine unglaublich praktische Produktivitätsfunktion: Übersetzen. Ich diktiere auf Deutsch, der Text wird automatisch ins Englische übersetzt und über die Zwischenablage eingefügt. Da ich in einem mehrsprachigen Team arbeite und kommuniziere, brauche ich diese Funktion täglich. Der Weg über eine Übersetzungs-Software entfällt – alles funktioniert in einem Zug auf Knopfdruck.

Für schnelle Workflows, bei denen ich Text nicht nur diktieren, sondern gleich weiterverarbeiten will, ist Raycast unschlagbar.

Achtung: Aktuell ist die Diktier-Funktion tatsächlich nur in der mobilen App verfügbar. Auf dem Mac gibt es sie noch nicht. Ich bin mir sicher, dass sich das ändern wird, aber da müssen wir noch ein wenig warten.

Whisper – der lokale Datenschutz-Champion

Whisper (bzw. MacWhisper auf dem Mac) setzt auf ein lokales Modell. Das bedeutet: Kein Cloud-Upload, kein Datenleck-Risiko. Alles läuft auf dem eigenen Gerät.

Der Preis dafür: Man muss das Sprachmodell einmalig herunterladen. Das braucht etwas Speicherplatz, aber dafür hat man die volle Kontrolle über seine Daten. Gerade bei sensiblen Inhalten oder vertraulichen Notizen ein klarer Vorteil.

Die Transkriptionsqualität ist sehr gut, wenn auch nicht ganz so flüssig wie bei den Cloud-basierten Konkurrenten. Dafür: Privacy first.

Mein Fazit: Ein Workflow-Gamechanger

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – aber Diktiersoftware ist für mich zu einem festen Bestandteil meines Workflows geworden. Nicht für alles, aber für vieles.

Entwürfe, Notizen, E-Mails, Ideen festhalten – das geht jetzt deutlich schneller. Und das Beste: Ich muss nicht mehr perfekt formulieren, während ich spreche. Die KI macht daraus einen lesbaren Text.

Falls du selbst noch skeptisch bist: Probier es aus. Die meisten Tools bieten kostenlose Testversionen an. Und vielleicht bist auch du bald angefixt.

Über mich

  • Roman Schurter

    Ich bin ein Contentmacher. Ich nutze gerne WordPress und andere Tools, um Lerninhalte zu gestalten und online zugänglich zu machen. Besonders angetan bin ich vom Content-First-Ansatz. Daneben produziere ich aber auch Marketing-Content für verschiedene Kunden. Gerne mit AI-Unterstützung.

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Diskussion

Ein Kommentar

  1. Richtig spannend! Ich habe lange mit Wispr Flow gearbeitet und bin mittlerweile (im Rahmen von ClickUp AI) bei «Brain» gelandet. Es ist für mich eine heftige Entlastung im Alltag!

    Mir fehlt nur noch die Diktier-App auf dem Android-Phone 🙂

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