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Das raumgreifende Nichts – Fleisch

Fleisch – das nichtdruckende Element
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Der Fachausdruck Fleisch stammt aus dem physischen Bleisatz und bezieht sich auf die nichtdruckenden Bereiche einer Drucktype. Das Pendant zum Fleisch eines Schriftbildes ist die Punze, der Binnenraum eines Schriftzeichens. Beide betreffen den nicht erhabenen Raum, da im Bleisatz Drucktypen aus Metall, Holz oder Kunststoff benutzt wurden und deshalb mehr Objekt sind, als der zu druckende Buchstabe für sich.

Um “Löcher” zwischen Buchstaben mit viel Fleisch, wie z.B. L, T, W, M oder A zu vermeiden, wurden kritische Buchstaben auf den Drucktypen bereits “unterschnitten”. Dadurch konnten sie näher zueinander gesetzt werden. Hochwertige Schriftsätze können genau an diesen optisch gut ausgeglichenen Großbuchstaben erkannt werden.

Die richtige Bezeichnung für das Ausgleichen von Buchstaben (dringlich notwendig bei Versalien) ist das Spationieren (auseinanderrücken) und Unterschneiden (zusammenrücken) einzelner Buchstaben. Das schöne, gut lesbare Satzbild ist Ziel der Übung. Es wird dann als ausgeglichen bezeichnet. Wörter, die ausschließlich in Versalien (Großbuchstaben) gesetzt sind, sollten auch im digitalen Satz unbedingt ausgeglichen werden.

Der Begriff Kerning bezeichnet hingegen den grundsätzlich voreingestellten (automatischen) Zeichenabstand innerhalb eines Fonts. Ein hochwertiges und durchdachtes Kerning gilt deshalb als Qualitätsmerkmal für gut entwickelte Fonts. Sie sind daran zu erkennen, dass der Satz bereits einen gleichmäßigen und gut lesbaren Grauwert ergibt, ohne zusätzliche Nachbearbeitung zu benötigen.

Über mich

  • Jana Schlosser

    Am liebsten gestalte ich Bücher. Schöne Bücher. Als gelernte Schriftsetzerin mit großer Affinität zur Typografie und studierte Grafikdesignerin mit Liebe zum Konzept biete ich feine Buchgestaltung und gestaltende Beratung von Marken.

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Diskussion

2 Antworten

  1. Aaahh… wie wohltuend es jetzt für mich war, diesen Beitrag zu lesen! Als ich in der Ausbildung war – a long, long time ago – wurden genau diese typografischen Begriffe vermittelt; wir setzten Blei, glichen mit Papierchen aus… mich beschleicht das Gefühl, dass vieles davon heute verloren geht und nicht mehr bekannt ist. Nicht wichtig. Ooh doch! Danke herzlich für diesen Post!

    1. Dein Kommentar freut mich. Vielen Dank dafür. Ja, vieles ist auch heute für die gute Gestaltung sooo wichtig. Und mit Papier ausgleichen, das habe ich auch gelernt – vor sehr vielen Jahren. Um das alles nicht zu vergessen, schreibe ich hier darüber. Der Begriff Spationieren wird definitiv noch kommen – auch mit technischem Kommentar von Heike.

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