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Infomaniak überträgt Kontrolle an gemeinnützige Stiftung für digitale Unabhängigkeit. Was bedeutet das für die Zukunft?
Um was geht es?
- Infomaniak überträgt die Mehrheit der Stimmrechte an die gemeinnützige Stiftung Infomaniak.
- Die Stiftung fördert digitale Souveränität, Bildung, Umwelt, Biodiversität, ethische Digitalisierung und die Energiewende.
- Ein jährlicher öffentlicher Wirkungsbericht soll die Umsetzung der Grundsätze transparent machen.
Disclaimer
Dieser Bericht ist kein Sponsoring. Die Infomail erreichte mich die Tage und ich fand das eine berichtenswerte Information.
Der Schweizer Cloud- und Hostinganbieter Infomaniak stellt seine Eigentümer- und Kontrollstruktur neu auf. Wie der Gründer und strategische Leiter in einer Mitteilung an Kund:innen schreibt, kontrolliert er das Unternehmen nicht mehr. Die Mehrheit der Stimmrechte liegt neu bei der Stiftung Infomaniak, einer gemeinnützigen Schweizer Stiftung.
Konkret hält die Stiftung die Mehrheit über besondere Aktien, die laut Mitteilung nicht veräussert werden können. Damit soll die Unabhängigkeit des Unternehmens langfristig abgesichert werden – unabhängig von einzelnen Personen oder künftigen Investorenkonstellationen.
Zwei Aufgaben: Förderung und Stabilisierung der Unabhängigkeit
Die Stiftung verfolgt gemäss Mitteilung zwei zentrale Ziele: Einerseits soll sie gemeinnützige Projekte unterstützen, genannt werden insbesondere digitale Souveränität und Bildung, Umwelt und Biodiversität, ethische Digitalisierung sowie die Energiewende. Andererseits soll sie als Referenzaktionärin die «DNA» von Infomaniak – und damit Auftrag, Werte und strategische Ausrichtung – dauerhaft schützen.
Werte sollen nicht mehr von Einzelpersonen abhängen
Infomaniak verweist darauf, dass viele Kund:innen das Unternehmen aus Gründen wie Souveränität, Nachhaltigkeit, Datenschutz und lokaler Verankerung gewählt hätten. Diese Werte seien neu in einer Charta festgehalten, die «niemand aufheben» könne. Der Gründer betont zugleich, dass er weiterhin gemeinsam mit dem bestehenden Führungsteam in die strategische Ausrichtung eingebunden bleibe. Was sich ändere, sei vorwiegend die strukturelle Absicherung dahinter.
Begründung: Vertrauen und Daten gewinnen im KI-Zeitalter an strategischer Bedeutung
Als Hauptgrund für den Schritt nennt Infomaniak die wachsende Bedeutung digitaler Dienste und Daten im Kontext von Künstlicher Intelligenz. Über Jahrzehnte aufgebautes Vertrauen – etwa bei Daten, Websites, E‑Mails und geschäftskritischen Anwendungen – habe im KI-Zeitalter einen strategischen Wert erreicht, «wie es ihn nie zuvor gab».
Zudem verweist die Mitteilung auf geopolitische und regulatorische Risiken: Ein grosser Teil europäischer Daten liege bei wenigen US-Anbietern. Als Beispiel für plötzliche Zugriffsrisiken werden Fälle genannt, in denen Akteur:innen im Umfeld internationaler Institutionen kurzfristig den Zugang zu digitalen Diensten verloren hätten. Vor diesem Hintergrund sei technologische Eigenständigkeit Europas wichtiger denn je.
Öffentlicher Wirkungsbericht angekündigt
Um die eingegangenen Verpflichtungen überprüfbar zu machen, kündigt Infomaniak einen jährlichen öffentlichen Wirkungsbericht an. Darin sollen Kund:innen und Öffentlichkeit nachvollziehen können, wie das Unternehmen die formulierten Grundsätze umsetzt.
Alle Informationen findet ihr hier.
Feature Image kreiert durch Notion AI und Canva
Über mich
Alle Beiträge ansehenChristian Denzler ist Publishing-Spezialist mit über zwei Dekaden Erfahrung in der Schweizer Medien- und Publishingbranche. Seine Schwerpunkte liegen in Druckvorstufe, Web-to-Print, Multi-Channel-Publishing, datenbankgestützter Werbemittelproduktion, barrierefreien Inhalten, XML, Wissensmanagement und künstlicher Intelligenz.
Aktuell ist er als Application Manager Print Systeme bei CH Media, einem der führenden privaten Medienunternehmen der Schweiz, tätig und arbeitet dort an der Automatisierung von Publishing- und Zeitungsdruckprozessen. Dazu gehören das Erstellen von Workflows mit Enfocus Switch sowie der Einsatz von Systemen wie Asura von OneVision, PEIQ und huGO+ von Sternwald. In eigenen Projekten wie denzler.music verbindet er Prompting, Bildgenerierung und KI-gestützte Musikproduktion mit seiner Erfahrung in Gestaltung, Sprache und digitalen Workflows. Er ist Inhaber von denzler.media, Buchautor beim Rheinwerk Verlag und teilt sein Fachwissen als Blogger und Trainer. Seine Ausbildung umfasst den Polygraf EFZ, den eidgenössischen Fachausweis als Techno-Polygraf, Weiterbildungen in Multi-Channel-Publishing, Usability/UX an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Projektmanagement IPMA Level D sowie Digital Publishing Technologies mit Fokus auf XML, RAG und künstliche Intelligenz.









