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Mehrdeutig – die Kolumne

Eine Kolumne ist eine Satzspalte im Satzspiegel.
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Einerseits

Für die Schriftsetzer beschreibt der Begriff Kolumne die Satzseite oder auch Satzspalte einer Zeitung, Zeitschrift, eines Buch oder auch einer Website. In der traditionellen Buchgestaltung handelt es sich um den Satzspiegel. Dieser kann natürlich in eine oder mehrere Kolumnen (Satzspalten) unterteilt sein.

Im Publishing steht der Begriff Kolumne für eine geschlossene Satzspalte innerhalb eines Gestaltungsrasters –> auch Druckspalte, Spaltensatz oder einfach Spalte genannt.

Andererseits

Der Begriff Kolumne wird auch im Journalismus verwendet. Hier bezeichnet er einen kurzen Artikel, der regelmäßig und immer mit der gleichen Überschrift in einer Zeitung erscheint und ein Meinungsbild abgibt.

Etymologisch leitet sich die „Kolumne“ von „columna“ (lat.) ab und bedeutet eigentlich Säule 🏛, hier übertragen als Spalte.

Die Kolumne findet sich auch in den Begriffen Kolumnenziffer, lebender Kolumnentitel oder Kolumnenschnur. Die Kolumnenschnur wurde im physischen Bleisatz um den fertig gesetzten Satz gebunden, damit dieser nicht auseinanderfällt. Der Satz wurde dazu mit einer weichen, reißfesten Schnur unter Zuhilfenahme einer Setzerahle mehrfach umwickelt und ausgebunden.

Solcherart Umwicklungen gibt es im Desktop-Publishing nicht. Dafür kann man hier ganz wunderbar viele Kolumnen miteinander verketten. Wie das in InDesign geht, wird Heike gleich erklären.


Technische Tipps

(von Heike Burch, Co-Autorin)

Zuerst einmal heisst die Kolumne in InDesign Spalte. Der Satzspiegel wird über Ränder definiert. Und der Steg zwischen den Kolumnen Spalten heisst Spaltenabstand.

Wenn ein neues Dokument angelegt wird, ist es sinnvoll, sofort die Ränder und Spalten zu definieren. Sind die Ränder einheitlich, beispielsweise oben, unten, links und rechts (bei einseitigen Dokumenten) oder oben, unten, innen und aussen (bei doppelseitigen Dokumenten) schliesse ich das kleine Kettensymbol neben den Feldern für die Werte. Somit gebe ich nur einen Wert ein, die anderen drei Felder übernahmen den Wert.

Sind die Werte jedoch unterschiedlich (wie im Screenshot), reicht ein Klick auf das Kettensymbol (es zerbricht dann) und ich kann für jeden Rand einen separaten Wert eintragen.

Nun könnte es ja sein, dass ich mich erst während der Arbeit für eine Mehrspaltigkeit entscheide oder den Satzspiegel (also die Ränder) verändern will. Dann geht das in InDesign über Layout > Ränder & Spalten. Ein Klick auf das Vorschauhäkchen kann hier helfen.

Setze ich ein Buch und möchte von vornherein verkettete Textrahmen haben, dann setze ich das Häkchen bei «Primärer Textrahmen». InDesign legt dann auf der Musterseite eben diese Textrahmen an (die kann ich später noch anpassen, wie ich mag) und diese sind dann auch sofort verkettet.

Übrigens: Satzspiegel-Einstellungen mache ich immer auf der Musterseite. Hier erkenne ich den primären Textrahmen auch an diesem kleinen Icon mit nach rechts zeigendem Pfeil.

Und, falls ich noch nicht weiss, wie viele Seiten ich benötigen werden, kann ich InDesign zudem dazu bringen, dass es, wenn ich mehr Seiten brauche, diese jeweils automatisch anlegt. Das geschieht dann auf Basis des primären Textrahmens automatisch am Ende des Textabschnitts oder des Abschnitts (definierbar in der Nummerierungs- und Abschnittsoption in der Seitenpalette) oder des Dokuments.

Ebenso ist es möglich (ob es jedoch sinnvoll ist, bleibt zu hinterfragen), leere Seiten automatisch zu löschen.

Ein weiterer Hinweis sei erwähnt: Wenn der Satzspiegel millimetergenau mit der letzten Grundlinie übereinstimmt (abschliesst), «zickt» InDesign bei am Grundlinienraster ausgerichtetem Text etwas herum und lässt oftmals die letzte Zeile leer. Hier ist es manchmal hilfreich, den unteren Rand um einen halben Millimeter tiefer zu setzen. Sieht nicht schön aus, hilft aber!


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  • Jana Schlosser

    Am liebsten gestalte ich Bücher. Schöne Bücher. Als gelernte Schriftsetzerin mit großer Affinität zur Typografie und studierte Grafikdesignerin mit Liebe zum Konzept biete ich feine Buchgestaltung und gestaltende Beratung von Marken.

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  • Heike Burch

    InDesign verstehen. Und dann Qualität erzeugen. Ist es das, was Du suchst? Ich bringe Ordnung in deine InDesign-Dateien. Oder zeige dir, wie du selbst die besten Templates und Vorlagen erstellen kannst. Bei mir bist du richtig, wenn: deine InDesign-Dateien komplexer werden und du Hilfe brauchst // du den Dingen in InDesign auf den Grund gehen willst (also einen Workshop oder ein Seminar brauchst) // du deine Ruhe haben willst und Arbeit und/oder Verantwortung abgeben möchtest, aber die Qualität sehr gut bleiben oder werden soll?

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Diskussion

2 Antworten

  1. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Problem mit der letzten Grundlinie auf den Satzspiegel um einen Rundungsfehler. Denn eine kleine Anpassung im Tausendstel-Bereich reicht schon und Indesign zickt nicht mehr.

    Ein kleiner Hinweis: Wenn man im Menu “Raster und Hilfslinien” die “Spaltenhilfslinien sperren” ausschaltet, kann man sogar die Spalten nachträglich mit der Maus verschieben.

  2. Vielen Dank für Eure Infos und Tipps. Manches ist mir bekannt gewesen, aber im Gedächtnis im Hintergrund verschwunden (wenn man es nicht mehr tag-täglich braucht). Und andere Sachen (wie den primären Textrahmen) hab ich nie benutzt. Muss ich mal testen.

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