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Mit Adobe Illustrator GIS-Daten übernehmen – Teil 1

GIS Daten über der Erdoberfläche

Voraussetzungen und Einstellungen

Session 2: Datenübernahme von GIS, DXF und DWG | GIS-Daten Vorbereitung

Das Geographische Informations-System GIS liefert 2D- und 3D-Daten. Der Farbraum ist immer RGB. Wie in Photoshop oder Illustrator gibt es Ebenen. Für uns relevant sind die sog. Shapes, da sie Attribute aufnehmen können. Nicht relevant sind hier Objektdaten wie z.B. OGC. In der untersten Ebene liegen die Bilddaten der Erdoberfläche als Modell oder Karte. Das ist meistens ein Pixelbild, die sogenannte Schummerung oder der DEM-Ratser. Darüber geschichtet sind Daten für Strassen, Gebäude usw. Zusätzlich bietet das GIS-Modell Metadaten und deren Filterung an. Das eröffnet die Möglichkeit spannender Visualisierungen. Beispielsweise kann die Durchfluss-Menge von Flüssen gefiltert werden, d.h. es werden nur noch diejenigen angezeigt, die ein gewisses Wasservolumen haben. Die Volumina sind als einfache Tabelle in der GIS-Datenbank abgelegt.

Karte von Westkleinasien, Ausschnitt mit Fundstätten und Rohstoffen.
In Beispiel wurden Flussauen und Flüsse gefiltert. Verkehrswege und archäologische Grabungen (Rauten) wurden in GIS eingetragen. Nicht als Metadaten enthalten waren Fundstätten von Rohstoffen (Bergmannszeichen). Diese wurden in Excel als Punktdiagramm eingegeben und danach in Illustrator übertragen. Quelle: © www.luwianstudies.org, ETHZ, vom Autor aufbereitet.

Jedoch nur, wenn die Daten als Metadaten vorliegen geht das. Beispielsweise, wenn Standorte von Pflanzen in GIS eingetragen werden. Dann kann sogar eine zeitliche Ausdehnung simuliert werden, wie die folgenden Karten zeigen.

Grundlage für die Karte «Verbreitung der Fichte» «heute» und «im Jahr 2100» (rechts). Wird mit Transparenzen gearbeitet, müssen die shape-Files und Metadaten separat als Bilddateien ausgegeben werden. Diese werden dann in Photoshop übereinander gelegt, siehe Ebenenfenster. In Illustrator wurden dann spezifische Orte, Grenzen und die Legende gesetzt, die nicht gefiltert werden konnten. Quelle: NFP61, SNF, vom Autor verarbeitet.

 

Was GIS nicht gut oder gar nicht kann, ist die Kombination von Datenmodellen unterschiedlicher Herkunft, die nicht im entsprechenden Format vorliegen (DWG-, DXF- und XML-Daten sind GIS-kompatibel). Also Balkendiagramme einer externen Erhebung kombiniert mit Kartengrundlagen. Hier setzt die Arbeit des Infografikers oder der Informationsdesignerin ein. Sie übernehmen bestehende Daten und kombinieren die verschiedenen Welten zur bestmöglichen Visualisierung.

Grundlage: Ein kombiniertes Diagramm, Karte aus GIS exportiert. Auch wenn der Export gut funktioniert: Es gibt noch viel zu tun. Quelle: NFP61, SNF, vom Autor im CD des Auftrags weiterverarbeitet.

Vom Dienstleister müssen die GIS-Daten in einem lesbaren Format geliefert werden, da Illustrator (noch) keine shape-Files erkennt. Das sind die wichtigsten Einstellungen, die im GIS-Programm vom Lieferanten vorgenommen werden müssen. Hinzukommt die Nachbearbeitung in Photoshop und Illustrator (die erwähnten JavaScripts und das Vorgehen werden im Teil 2 erläutert):

  1. Das GIS-Programm muss AI exportieren können. PDF geht nur in Spezialfällen*. SVG wäre perfekt, wird aber oft sehr schlecht von Illustrator interpretiert. Gute bis ausgezeichnete Resultate liefert z.B. ArcGIS von ESRI.
  2. Auflösung des Hintergrundbildes muss mind. 256 dpi sein, das kann zu enormen Daten führen. Ist die Auflösung wesentlich geringer, liefert die Nachbearbeitung in Photoshop keine guten Resultate mehr und es können kaum Ausschnitte gewählt werden.
  3. Es dürfen keine Schraffuren oder Muster eingesetzt werden, diese werden von Illustrator nicht erkannt und daher verpfadet. Das kann dann zu Millionen von kleinsten Pfaden führen. Nur die Aussenform (Polygone) exportieren.
  4. Kein Transparenzen einsetzen, beim Export werden sie mit dem Hintergrundbild verrechnet. Worst case! Solche Dateien sind unbrauchbar. Nur die Aussenform oder Schicht weise exportieren.
  5. Symbole werden in Objekte umgewandelt. Es bedarf des JavaScripts ReplaceOjects, um die Objekte in Illustrator durch Symbole zu ersetzen.
  6. Bei den Schriften muss man sich mit dem Lieferanten, z.B. dem Vermessungsamt absprechen. Wird die Schrift nicht erkannt oder ist sie nicht geladen, wird sie entweder verpfadet oder in Punkttext konvertiert. Es braucht in jedem Fall das JavaScript MergeText, um Punkt- oder Zeilentext zusammen zu fügen. Fast unlösbar ist das Problem von Symbol-Fonts. Sind sie nicht vorhanden, muss nachgezeichnet werden.
  7. Es braucht ein Konzept für die Übertragung des Perimeters (Abbildungsgrenze) und bei Überlagerung von verschiedenem Karten (z.B. gescannt aus Atlas) eine Berechnung des Verzugs.
  8. Grosse Hintergrundbilder werden in jedem Fall gekachelt oder in Streifen zerschnitten und müssen via Photoshop zusammengesetzt und mit diversen Korrekturen ausgesteuert werden.
  9. Externe Daten müssen in einem für Illustrator lesbaren Format, zB. als Excel-Datei, .txt usw., bereitstehen.

Auf www.arcgis.com werden unter Ressources aufgeführt, welche Themen, wie dargestellt werden. Flüsse z.B. sind Linien, grosse Gewässer Polygone.

*Wenn innerhalb von Acrobat mit Adobe Illustrator gearbeitet werden kann. Die Datei – es muss zwingend PDFX4 mit Ebenen sein – wird nicht in Illustrator geöffnet, sondern die Elemente aus dem PDF mit Illustrator temporär geöffnet, bearbeitet und die AI-temp-Datei wieder geschlossen.

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Guido Köhler

Ist seit 1992 mit Adobe Illustrator Version 3 dabei. Kernkompetenz ist die visuelle Umsetzung komplexer Sachverhalte aus Wissenschaft und Technik. Er ist einer der wenigen Illustratoren, der neben den klassischen Bildprogrammen auch InDesign, Acrobat und MS Office-Programme gut im Griff hat. Er unterrichtet an der ZHDK Digital Skills, Produktionstechnik und bereitet angehende Illustratoren an der HSLU auf das Berufsleben vor.
gkoehler@sunrise.ch
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