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New Work – sind Workations wirklich alles, was wir zu bieten haben?

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Neulich hat sich ein Dok-Film des Schweizer Fernsehens in meine YouTube-Timeline geschlichen. Der Titel: «Macht New Work glücklich? – Zwischen Freiheit und Burn-out». Der Inhalt: Eine junge Agentur (Zeam) wird auf einer Workation begleitet, sie arbeiten hart, gehen Eisbaden und machen Sport.

Es werden junge Menschen porträtiert, die noch beim Feierabendbier arbeiten und keine Arbeitszeiten kennen.

Tipp für alle, die kein Schweizerdeutsch verstehen; Es gibt Untertitel 🙂

Der Film hat mich nicht komplett überrascht, gewisse Situationen im Film kannte ich auch aus unseren Workations bei morntag. Trotzdem hatte ich nach dem Film irgendwie grosse Fragezeichen: Was suchen wir eigentlich, wenn wir «New Work» wollen?

Was ist New Work?

Wenn wir den Wikipedia-Artikel zusammenfassen, ist New Work ein Konzept für eine neue Arbeitswelt, die sich durch Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und Gemeinschaft auszeichnet. Zu New Work gehören ganz bekannte Modelle wie:

  • Remote Work
  • Selbstorganisation
  • Work-Life-Blending
    (m.E. gehören hier auch Workations und Digital Nomadism dazu)
  • flache Hierarchien
  • Social Entrepreneurship

Das Zukunftsinstitut fasst die Entwicklung hinter New Work meines Erachtens gut zusammen:

Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs: Die kapitalistisch geprägten Vorstellungen von Karriere und Erfolg treten sukzessive in den Hintergrund. An ihrer Stelle nehmen Werte Platz, die nicht mehr unbedingt an harte Faktoren wie Einkommenshöhe und Status gekoppelt sind, sondern die mit weichen Faktoren wie Sinnhaftigkeit, Gestaltungsmöglichkeiten und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbunden sind.

Zukunftsinstitut.de

Ich verstehe New Work ähnlich. Werte werden zentraler, gerade für die Gen Z ein vielgenannter Gesichtspunkt. Unsere Gesellschaft sucht also nach ganzheitlicher Werteorientierung. Arbeit und Freizeit verschmelzen zu einem ganzheitlichen Lebenskonzept.

Sind Workations die Lösung?

Meine persönliche Kurzantwort: Nein.

Klar: Workations sind zwar cool, wenn man gerne reist. Aber wer am liebsten Zuhause ist, wird mit der Möglichkeit für Workations nicht glücklich. Und das gilt für jedes Modell.

Selbstorganisation ist nicht cool, weil jeder dann von 22 Uhr bis 3 Uhr morgens arbeiten kann, sondern weil alle selber entscheiden können. Remote Work ist nicht cool, weil dann die halbe Welt in Bali sitzt, sondern weil alle dort sein können, wo sie wollen. Und das kann, man muss es mal sagen, auch ein ganz normales Grossraumbüro sein, wenn man dadurch zufrieden wird.

Es geht um Mitbestimmung. Nicht um einen spezifischen Lifestyle.

Der oben genannte Dok-Film und vor allem dessen Kommentarspalte zeigt für mich auf: Wir schiessen in unseren Diskussionen oft am Ziel vorbei.

Die sichtbaren Konsequenzen, die einzelne Personen für sich wählen, werden oft viel intensiver diskutiert als die Idee dahinter. Es geht um überarbeitete junge Erwachsene, die ein schnelles Leben leben, und kaum Pausen kennen. Aber eigentlich geht es bei New Work um etwas ganz anderes. Das zeigt auch der «Plot-Twist» im Dokfilm am Schluss; Das Team fragt die Inhaber, ob es nicht möglich wäre, doch ein Büro einzurichten. Sie glauben, dass das dem Team guttun würde. Also wird ein Büro gemietet und wer will, kann dort arbeiten. Mitbestimmung.

Ist dadurch New Work gescheitert, weil sich gezeigt hat, dass Büros und fokussierte Arbeitszeiten auch Vorteile haben? Aus meiner Sicht nicht. Denn der Film zeigt, wie ein Unternehmen von allen geprägt werden kann. Schlussendlich ist New Work in meinem Verständnis genau das.

Wie sieht das aus?

Was New Work sein kann, erlebe ich gerade ganz persönlich bei morntag. Nachdem Joshy und ich ein halbes Jahr Digital Nomads waren und wir dann wieder zurückkamen, kannten wir kaum Arbeitszeiten. Wir haben einfach unser Leben gelebt. Und die Arbeit war dann mal am Samstag, mal am Montag, halt so, wie’s uns gepasst hat.

Mit dem Nachwuchs im Anmarsch klingt ein solches Modell sehr anstrengend, weil wir uns die Betreuung aufteilen wollen. Es ist also nicht mehr gleich möglich, nach dem Prinzip «schauen wir mal» zu leben, denn wir werden gebraucht und dürfen uns diese Zeit fix einplanen. (Zumindest stelle ich mir das aktuell vor, ich glaube, die Lernkurve wird steil.)

Heisst konkret; Unser Leben wird bald anders, vielleicht etwas regelmässiger und weniger sprunghaft. Aber wir wissen; das geht. Auch mit unserem Job.

Und genau das ist für mich New Work. Selbstbestimmung und Freiheit für alle. Egal, ob das mehr oder weniger geregelte Arbeitszeiten mit sich bringt, ein Büro oder keins, Workations oder keine.

Was denkst du dazu?

Was ist «New Work» für dich? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Kleiner Hinweis in eigener Sache:

Wie du oben schon gelesen hast, erwarten Joshy und ich Nachwuchs. Das bedeutet, ich werde zur Leserin des Blogs und werde mich voll und ganz diesem neuen Menschen in unserem Leben widmen. Ich bin dann im März/April wieder zurück, in der Schweiz dauert der Mutterschaftsurlaub drei Monate. Bis dann tauche ich ab, aber Team morntag ist wie immer für euch da.

PS: Das Ziel ist natürlich, den Blog in dieser Zeit nahtlos weiterzuführen. Dafür brauchen wir immer wieder einmalige oder regelmässige Autor:innen. Wir haben keine Zulassungsprozesse, keine Mindestlängen für Texte. Wir bloggen einfach, was wir selber lesen möchten.

Dich kribbelt’s in den Fingern? Dann melde dich einfach bei uns!

Über mich

  • Simea Merki

    Jeden Tag Menschen helfen, das zu sagen, was sie zu sagen haben. Mit Wirkung und Vision, trotzdem ressourcensparend. Ob es dabei um Websites, Webshops, Content Systeme, Texte oder auch Design geht, ist zweitrangig. Im Vordergrund stehst du und deine Vision. Mit massgeschneiderten und innovativen Ideen geben wir beim Familienunternehmen morntag unser Allerbestes, deine Message zu unterstützen.

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