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Warum mich Leute komisch finden (dich vermutlich auch!)

Peter Drucker, mein Lieblingsökonom, soll gesagt haben: «Eine Person kann nicht gleichzeitig grossartige Ideen haben und eine grossartige Firma aufbauen.» Das habe ich auf die harte Tour gelernt, weil ich es mit der eigenen Firma rund 15 Jahre probiert habe und daran zerbrochen bin. Ich habe geglaubt, den Spagat zwischen operativer Leitung und Innovations-Maschine zu schaffen und bin dabei zweimal ausgebrannt. Die Innovation hat mich immer mehr interessiert als das tägliche Geschäft. Bei anderen Leuten ist es genau umgekehrt: Sie lieben den Alltag und können sich kaum vorstellen, einfach mal alles auf den Kopf zu stellen. Genau diese beiden Lager meint Peter Drucker, wenn er sagt, dass eine Person nicht innovativ sein kann (grossartige Ideen) und gleichzeitig ein grossartiges Geschäft aufbauen kann (operative Leitung).

Silo-Blick, der andere ist doof

Beide Lager denken von sich, das einzig Sinnvolle zu tun. Und – sind wir ehrlich – sie fragen sich, was in aller Welt die Gegenstelle treibt. Aus Optik des Operativen ist der Innovator fern ab jeglicher Praxis und sollte besser jetzt mal produktiv sein. Schliesslich muss ja am Ende des Tages die Kohle stimmen.
Anders sieht es aus, wenn wir die Sicht umdrehen: Innovatoren fragen sich, warum die Operativen sich nicht endlich ändern, um einfacher zu arbeiten, effizienter zu werden oder ganz einfach auch in Zukunft noch marktrelevant zu sein.
Ich bin Vertreter des Innovations-Lagers. Und, gemessen an der Anzahl friedlicher Konflikte in meinem Alltag, offenbar ein radikaler Innovator. Zugegeben: Wenn was läuft, ist es meine grösste Befriedung, es zu hinterfragen und mit was noch Genialerem zu ersetzen.
Um meine Konflikte einordnen zu können, hilft mir immer wieder diese Grafik (leider keine Quellenangabe, weil x-fach kopiert):


Erfolg ist Teamwork

Versuche ich, meine radikale Position zu hinterfragen, verstehe ich, dass es beide Lager braucht. Wie hat doch Steve Jobs, der Ober-Innovator, mal gesagt: «Erfolg ist immer Teamwork»!
Das ist auch der Grund, dass ich heute in meinen Coachings empfehle, die operative Leitung strikte von der Innovation zu trennen.

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Haeme Ulrich

Ich bin Business Leadership Coach und konzentriere mich auf Verlage und Agenturen. Ich habe Hunderte von Verlagen und Agenturen weltweit betreut und ihnen geholfen, ihre Prozesse zu optimieren und eine blühende Kultur zu etablieren. Ich bin ein versierter Redner, spreche auf Bühnen mit mehr als 5000 Zuhörern sowie vor Hochschul- und Fachpublikum. Mein Stil ist authentisch, ehrlich und direkt, wobei dein Erfolg immer im Vordergrund steht. Ich lege mehr Wert darauf, meinen Kunden beim Aufbau langfristiger, nachhaltiger Geschäfte zu helfen, als nur auf kurzfristige Gewinne zu achten.
haeme@morntag.com
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Diskussion

12 Antworten

  1. Und à propos:
    Das Widget mit den ‘Top-bewerteten Beiträgen’ verhindert genau die angepriesene Innovation:
    Es ist ein _Zementierer_ und kein _Enabler_ oder _Inspiration_ .
    Sechs der sieben dort gelisteten Beiträge stammen aus 2017, einer aus 2018 – also entweder habt ihr stark nachgelassen (was ich nicht glaube ;-), oder es ist halt einfach so, dass ein Beitrag, der es mal in diese Bestenliste geschafft hat – und dies war zu Beginn noch relativ einfach – sich dort festsetzt & einnistet und de facto den neuen Beiträgen die Chance nimmt, auch gelesen zu werden…
    Also eigentlich wohl genau das Gegenteil, von dem was Ihr wollt, ausser Ihr seid nur auf Klicks aus… 😉

    1. Lieber Ivan. Du hast recht, das Widget ist schlecht. Wir sind dran, uns Gedanken zu den Likes zu machen. Weil Likes sagen eigentlich nichts aus. Stell dir vor: Ein Thema beschreibt eine total miese Sache. Der Bericht ist aber sehr gut. Gibt das jetzt ein Daumen nach oben oder nach unten?

  2. Hallo Haeme,
    sehe etwas ähnliches.
    Die Kreativen und die Techniker.
    Der Kreative hat einen gut Sinn für Ästhetik, machen vieles aus dem Bauch heraus und will schnell fertig sein.
    Der Techniker wird eher als Bremser oder Bedenkenträger wahrgenommen, der sich sich die Haare rauft, wenn der Kreative etwas als fertig betrachte und dann Typografie, Farbauftrag korrigiert, die PDFs überprüft ob sie mit den Anforderungen der Druckerei übereinstimmen …
    Der Technicker entwirft Vorlagen, hierarchische Absatzformat, GREPs und Preflight Vorgaben, die den Kreativen nicht interessieren.
    Es braucht beide! In einer Person gibt es das wohl nicht.

  3. Danke, Haeme, für diesen Beitrag! Sehr gut nachvollziehbar. Ich arbeite als Öffentlichkeitsbeauftragter in einer Institution, die von mir beides verlangt: Redaktion und Produktion einer Zeitschrift, Herausgabe von Publikationen und Mailings (regelmässig, zuverlässig – “Alltagsgeschäfte” also) sowie Gestaltung ebendieser Dinge sowie Ideen und Konzepte zum öffentlichen Auftritt sowie Fundraising etc. (hier sind Ideen, Kreativität und Innovation gefragt). Tatsächlich kämpfe ich oft genau damit, die von dir beschriebenen gegensätzlichen Arbeitsweisen zu vereinen. Vom Typ her bin ich eher der Kreative, der Job verlangt von mir auch das Pragmatische, die Umsetzung. Meine Herausforderung ist, letzteres gut zu machen, denn es ermöglicht mir Freiraum (bzw. überhaupt die Möglichkeit, den Job) für ersteres! Ich bin damit seit 11.5 Jahren, unterdessen in der zweiten Anstellungen, recht gut gefahren. Ich beuge mich sozusagen dem Fact, dass der Markt mehr für Produkte ausgibt als für Ideen (siehst du das auch so?).

    1. “dass der Markt mehr für Produkte ausgibt als für Ideen” — viele Entscheidungsträger sehen das leider so, ja. Ich finde aber, dass gerade die Produkte, die in den letzten Jahren wirklich erfolgreich waren, vor allem Ideen sind: Uber, Airbnb, iPhone… Die wirklich guten Unternehmer haben dies geschnallt, und verkaufen Ihre Ideen verpackt in Produkte.

  4. Nein, «komisch» finde ich dich nicht… ich kann dein Gefühl jedoch gut nachvollziehen – mir geht es ja manchmal ähnlich… ein Glück dass es dich gibt Haeme, denn sicher nicht nur ich bin fast regelmässig erfreut deine Beiträge, Anregungen und Hinweise zu bekommen. Sie lassen mich sehr oft über meinen gewohnten Arbeitsbereich hinausblicken… Danke

    1. Hallo Johannes. Ich finde schon, dass man als Einzelkämpfer auch jemanden haben muss, der “die andere Seite” vertritt. Das kann jemand aus der Familie/Freundschaft sein. Mein Verständnis ist echt, dass man nicht beide Seiten gleichzeitig genügend gut abdecken kann.

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