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Vor einigen Tagen habe ich meine Idee von Machern/Träumern/Netzwerkern hier auf dem Publishingblog in einem Blogartikel vorgestellt. Ich habe jedoch, da ich selber ein Träumer bin, am eigenen Leib schmerzhaft erkennen müssen, dass unser Schulsystem definitiv nicht für Träumer gemacht ist.
Geben wir es zu: unser Schulsystem bildet Macher aus! Warum? Das hat Haeme hier auf diesem Blog schon mehrmals super erklärt.
Die Kurzfassung von Haemes Artikeln zu diesem Thema: Unser Schulsystem hat sich seit Beginn der Industrialisierung in den Grundpfeilern kaum verändert. Und in der Industrialisierung brauchte man viele Arbeitskräfte, welche ja nicht zu kritisch denken sollen, aber intelligent genug sind, um Abläufe durchzuführen. Mit anderen Worten: in der Industrialisierung brauchte es Macher.(Vor Allem Macher mit viel Bizeps die am Laufband arbeiten konnten – denn es gibt ja verschiedene Arten von Macher) Und deshalb hat man das Schulsystem so aufgebaut, dass Macher ausgebildet werden. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Natürlich brauchen wir weiterhin Macher, aber andere Qualitäten brauchen wir auch. Unser Schulsystem bildet jedoch weiterhin nur Macher aus.
Was macht man also, wenn man ein Träumer ist? Denn die Situation sieht ja ziemlich verzweifelt aus.
Schon mal über Suizid nachgedacht? Spass bei Seite – das ist natürlich nicht die Lösung!!
Aber ich habe hier eine Tippliste zusammengestellt, welche euch evtl. helfen könnte:
Alle Tipps die hier folgen, sind Tipps aus meiner persönlichen Lebenserfahrung. Sie sind keinesfalls allgemeingültig! Vielleicht helfen sie euch oder in der Erziehung eures Träumer-Kindes jedoch. Falls jemand andere/weitere Tipps hat, lasst mich das sehr gerne in den Kommentaren wissen! (Und ich möchte noch ganz kurz allen Eltern von Träumer/Querdenker-Kindern von ganzem Herzen folgendes mit auf den Wege geben: bitte verurteilt euer Kind nicht, dass es zu viel querdenkt oder träumt. Richtig eingesetzt ist das eine sehr grosse Gabe!)
Tipp Nr. 1: Durchhalten und lernen, zumindest ein bisschen zum Macher zu werden. Denn Teilzeit-Macher zu sein hat Vorteile!
Wenn du eine sehr ausgeprägte Träumerpersönlichkeit hast, ist die Gefahr hoch, dass wenn du nie mit Machen konfrontiert wirst, du vom Boden der Realität völlig abhebst. Als Träumer musst du von diesem Boden manchmal abheben – aber nicht für immer, sondern eben nur manchmal! (nämlich dann, wenn du eine neue Idee brauchst). Wenn du für zu lange Zeit vom Boden der Realität abhebst, wird es sehr gefährlich! Denn Machen ist Teil vom Leben, auch wenn du Träumer bist, also akzeptiere das und werde zumindest “Teilzeit-Macher” (Das Essen kocht sich nicht von alleine, du musst es kochen, d.h. machen! Und die Wohnung renoviert sich auch nicht von selber auf)
Ausserdem gibt dir Machen Struktur, Sicherheit und somit psychische Stabilität statt Labilität. Denn Träumer tendieren dazu, psychisch labil zu sein. Das passiert, wenn sie zu viel Träumen und vom Boden der Realität abheben. Und das ist sehr gefährlich. Aber dazu mehr in einem späteren Blogartikel. (der kommt in ein paar Tagen)
Tipp Nr. 2: Mach ja nicht das Gymnasium, sondern eine Berufslehre!
Warum? Ganz einfach: im Gymnasium kannst du ausser deinem Schwerpunktfach fast nicht mitbestimmen was du lernst und lernen möchtest. Bei einer Berufslehre sieht das jedoch ganz anders aus: du kannst dir einen tollen Lehrbetrieb suchen, der dich in deinen Stärken und Schwächen individuell unterstützt. Ausserdem kannst du dir den Lehrberuf auswählen, der am besten zu dir passt.
Tipp Nr. 3: finde Macher und Netzwerker als Freunde. Und die findest du wo? Ganz genau: in unseren Ausbildungsinstitutionen!
Wenn du dich als Träumer mit zu vielen anderen Träumern umgebist, betreibt ihr gemeinsam nur mentale Masturbation. D.h. ihr entwickelt gemeinsam waghalsige Ideen, aber da ihr alle Träumer seid, bleiben diese Ideen leider “nur” Hirngespinste.
Wenn du dich jedoch mit Machern und Netzwerkern umgibst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eines deiner Hirngespinste mal Realität wird massiv an.Und wo findest du Macher und Netzwerker? in den Ausbildungsinstitutionen. Also geniesse die Zeit dort und lerne neue spannende Leute kennen!
Tipp 4: Träumer brauchen eine gewisse Tagesstruktur um nicht depressiv zu werden um vom Boden der Realität abzuheben – und genau das bieten die meisten Ausbildungsintitutionen, da sie fixe Präsenzzeiten haben. Gehe aber ausserhalb dieser Präsenzzeiten deinen Träumen nach! (Und versuche sie gemeinsam mit anderen so weit wie möglich in die Tat umzusetzen!!)
Wie schon erwähnt, können sich Träumer in ihren Ideen verlieren ohne je was zu Boden zu bringen. Eine gewisse Struktur wirkt dem jedoch entgegen und hilft, dass die strukturlosen Zeiten umso produktivere Träume und Querdenker-Ideen hervorbringen.
Tipp Nr. 5: sobald es an die höhere Bildung geht, suche dir Unis oder Fachhochschulen oder was auch immer für Institutionen, welche zu dir passen.
Bei der höheren Bildung bist du viel freier als bei der Grundbildung. Also geh in viele Kurse schnuppern, informiere dich und entscheide dich für eine Weiterbildung welche zu dir passt! (Und nicht eine, die dir ein geiles Diplom gibt!!!)
Über mich
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Tibor hat ein breit gefächertes Interesssenfeld und lässt sich gerne für neues begeistern. Er ist Teilzeit-Student, Hobbymusiker und leidenschaftlicher "Aareschwümmer". Beruflich ist er seit kurzem mit seiner eigener Firma "Schubkraft" als Experte für die Generation Y & Z unterwegs.
An Vorträgen bringt er Unternehmen und Privatpersonen diese zwei Generationen näher. Er hilft auch Unternehmen wie z.B. Pro Juventute im Rahmen von Beratungsmandaten diese Generationen als Kunden und Arbeitnehmer zu gewinnen und setzt auch operative Kommunikations- und Marketingmassnahmen wie Social Media und PR um.
Tibor ist der Überzeugung, dass die Generation Y & Z ein grosses Potential hat, und sie deshalb von den Unternehmen sowohl als Kunden wie auch als Arbeitnehmer nicht vernachlässigt werden sollten.











4 Kommentare
Dem Teil mit dem Gymnasium pflichte ich nur teilweise bei. Wenn ich nochmal von vorne beginnen könnte, würde ich mir rein wirtschaftlich das Gymnasium zweimal überlegen. Trotzdem. So viel Zeit für Kunst, Herumspinnerei und eigene Projekte hatte ich seither nicht mehr. Die Frage ist auch hier immer, welche Lehrperson man „verwütscht“. 🙂
Aber sonst: toller Beitrag und sehr hilfreich! Danke
Danke für diesen Beitrag.
Die Grundbildung/Berufslehrer bietet sehr wohl Raum für Träumer und Kreative; wenn denn entsprechende, fitte Lehrperson angestellt sind. Gerade eine Lehrperson verfügt über sehr viel Gestaltungsmöglichkeit! Aber, das ist eben mit Arbeit verbunden 😉
Ich finde es etwas voreilig einfach zu behaupten, die Schule bilde nur Macher aus. Wie häufig hast du im letzten Monat einen Unterricht an diversen Orten besucht?
Nach meiner Erfahrung ist die Schwierigkeit in der Privatwirtschaft bedeutend grösser. Visionen sind dann gut, wenn sie vom Chef kommen. Brave Ja-Sager bleiben drin, kreative, visionäre werden als schwierig/störend empfunden
Meine Rede, nur netter 😉