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Warum du deine Kunden nicht einschliessen solltest – Data Liberation als Agentur leben

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Stell dir vor, du hast jahrelang deine Website mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Dann möchtest du die Plattform wechseln, aber deine Inhalte sind wie in Beton gegossen. Alles musst du von Hand kopieren? Nein, das willst du dir nicht antun.

Bei der Auswahl eines Content Management Systems (CMS) achten Agenturen oft auf die Funktionen und ein ansprechendes Design. Was ich auch oft höre: «Das ist viel einfacher zu bedienen für uns».

Gleichzeitig müssten wir doch für unsere Kunden denken. Wir bieten unseren Kunden Lösungen an, die ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Lösungen ist die Flexibilität.

Im Gegenteil dazu lösen viele CMS folgendes Szenario aus: Kunden können ihre Inhalte nicht einfach so mitnehmen, wenn sie zu einem anderen Anbieter wechseln wollen. Und ein solcher Lock-in-Effekt ist ein essenzieller Faktor, welcher gerne vergessen geht, in der Feature-Schlacht der modernen CMS.

Gerade während WordPress schwierige Zeiten durchlebt, mit Tumult in der Community, müssen wir uns auch auf Grundprinzipien zurückbesinnen. Denn WordPress wirkt diesem Lock-in-Effekt aktiv entgegen, im Unterschied zu anderen CMS-Systemen. Mit dem Data Liberation Project setzt sich die Community ein Ziel: Die Nutzer sollen die volle Kontrolle über ihre Inhalte haben und diese frei exportieren, migrieren oder übertragen können. Für uns als morntag ist das ein zentrales Thema, wenn wir Projekte umsetzen. Besonders dann, wenn die Kunden zum Beispiel Verlage sind, die unglaublich viel Inhalt haben.

Prinzipien für freie Daten und Inhalte

Am State of Word 2024 wurde das Thema noch einmal aufgegriffen, Prinzipien und die Vision geschärft. Im Essenziellen geht es um drei Dinge: Freiheit, Zusammenarbeit und Interoperabilität.

Freiheit

Das zentrale Ziel der Datenbefreiung ist die Freiheit, Inhalte überallhin zu übertragen. Benutzer sollen nicht an eine bestimmte Plattform oder einen Dienst gebunden sein. Inhalte können einfach exportiert, migriert und in WordPress oder andere Systeme importiert werden – ohne technische Hürden oder Abhängigkeiten.

Beispiel: Über die WordPress-Funktion „Werkzeuge → Exportieren“ können Inhalte in Formaten wie XML oder JSON gesichert und auf andere Plattformen übertragen werden.

Zusammenarbeit

Datenbefreiung bedeutet auch, dass Benutzer ohne Einschränkungen zusammenarbeiten können. WordPress unterstützt offene Standards und Funktionen, die eine reibungslose Zusammenarbeit ermöglichen, egal ob innerhalb eines Teams oder über verschiedene Tools hinweg.

Beispiel: Mehrere Autoren können gleichzeitig an einer WordPress-Website arbeiten, Inhalte erstellen und über die integrierte Benutzer- und Rollenverwaltung Aufgaben klar verteilen. Dank offener Standards lassen sich externe Projektmanagement-Software oder ähnliches nahtlos integrieren.

Interoperabilität

Ein weiteres Ziel der Datenbefreiung ist die nahtlose Interaktion mit anderen Plattformen und Systemen. WordPress strebt die „Gold-Standard“-Interoperabilität an, damit Inhalte problemlos zwischen verschiedenen Tools und Anwendungen geteilt und verwendet werden können.

Beispiel: Durch die Nutzung offener Schnittstellen wie XML-RPC und REST-API kann WordPress Inhalte in andere Systeme übertragen, synchronisieren oder daraus abrufen.

So läuft das Data Liberation Project

Das Projekt gliedert sich in fünf Phasen, die Schritt für Schritt dazu beitragen, die Kontrolle über die digitalen Inhalte zurückzugewinnen.

Phase 1: Migration Guides:

  • Bereitstellung von detaillierten Anleitungen für die Migration von Inhalten von anderen Plattformen wie Wix oder Squarespace nach WordPress.
  • Unterstützung bei der Übertragung verschiedener Content-Typen (Texte, Bilder, Medien).

Phase 2: Import und Export strukturierter Daten:

  • Entwicklung von Tools zur effizienten Übertragung großer Datenmengen.
  • Unterstützung verschiedener Datenformate und Strukturen.
  • Berücksichtigung von komplexen Zusammenhängen wie Links und Verweise.

Phase 3: Befreiung von Daten aus geschlossenen Plattformen:

  • Entwicklung eines Browser-Plugins zur Extraktion von Daten aus sozialen Netzwerken, Design-Tools und anderen geschlossenen Plattformen.
  • Bereitstellung von Schnittstellen zur Integration der extrahierten Daten in WordPress.

Phase 4: Direkte Synchronisierung zwischen WordPress-Installationen:

  • Entwicklung einer Funktion zur automatischen Synchronisierung von Inhalten zwischen verschiedenen WordPress-Installationen.
  • Vereinfachte Verwaltung von Multisite-Installationen und Backups.

Phase 5: Content Creation Powerhouse:

  • Schaffung einer zentralen Plattform für die Erstellung und Verwaltung aller digitalen Inhalte.
  • Integration von Tools zur Zusammenarbeit und zum Teilen von Inhalten.

Mehr Details zu diesen Phasen findest du hier.

The «Why» behind the «what»

Es geht mir mit diesem Artikel nicht um WordPress-Werbung. Denn auch bei WordPress (und besonders bei der Arbeit mit Elementor) gibt es Lock-in-Gefahren, die man aktiv umschiffen muss. Es gibt auch andere CMS, die Data Liberation auch super umsetzen. ABER es gibt auch andere CMS, die einen komplett einschliessen, ohne freie Datentransfers. Und dem sollten wir uns bewusst sein.

Das Bewusstsein um diese Thematik ist wichtig – besonders für Agenturen

Als Agenturen wollen wir den Erfolg unserer Kunden. Wir wollen unseren Kunden Lösungen anbieten, die sie für die Zukunft rüsten. Das Data Liberation Project ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Indem wir uns für offene Standards und die freie Verfügbarkeit von Inhalten einsetzen, tragen wir dazu bei, eine zukunftsfähige digitale Branche zu gestalten. So können wir ihnen langfristig die beste Betreuung bieten und neue Geschäftsmöglichkeiten erschliessen. Denn nur wenn unsere Kunden die volle Kontrolle über ihre Inhalte haben, können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und erfolgreich sein. Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, eine digitale Zukunft zu gestalten, in der Freiheit und Flexibilität im Mittelpunkt stehen.

Deine Meinung interessiert mich

Ich frage mich – ist das Thema Datenfreiheit in den Agenturen angekommen? Diskutiert ihr auf dieser Ebene, beachtet ihr das für eure Kunden?

Ich freue mich über deinen Kommentar.

Über mich

  • Simea Merki

    Jeden Tag Menschen helfen, das zu sagen, was sie zu sagen haben. Mit Wirkung und Vision, trotzdem ressourcensparend. Ob es dabei um Websites, Webshops, Content Systeme, Texte oder auch Design geht, ist zweitrangig. Im Vordergrund stehst du und deine Vision. Mit massgeschneiderten und innovativen Ideen geben wir beim Familienunternehmen morntag unser Allerbestes, deine Message zu unterstützen.

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